Freiwillige Spenden sollen besondere Investitionen ermöglichen

Kirchenkreise Korbach und Frankenberg führen Kirchgeld ein

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Geld für die Kirche: hier die Kirche in Helmscheid.

Waldeck-Frankenberg. Die evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck führt in ihren Gemeinden das freiwillige Kirchgeld ein. Der Kirchenkreis Twiste-Eisenberg mit Sitz in Korbach setzt den Aufruf zum Spenden für bestimmte Projekte jetzt erstmals flächendeckend in allen Orten um. Der Kirchenkreis der Eder (Frankenberg) wird im nächsten Jahr nachziehen.

Das freiwillige Kirchgeld gibt es bereits seit einigen Jahren in mehreren Orten des Landkreises, etwa in Korbach, Frankenberg und Bad Wildungen. Laut Dekanin Eva Brinke-Kriebel (Korbach) hat es sich bewährt. Nur rund 35 Prozent der Gemeindeglieder zahlen Kirchensteuer. Durch die freiwilligen Spenden, die für bestimmte Zwecke innerhalb der Kirchengemeinden gedacht sind, wurden schon Dinge umgesetzt, die aus dem laufenden Haushalt der Kirche nicht hätten bezahlt werden können. Dazu zählen zum Beispiel Projekte in der Jugendarbeit, Anschaffungen für Kindergärten und Investitionen in die Kirchenmusik.

In Frankenberg sind durch das Kirchgeld zum Beispiel mehrere Tausend Euro für die Sanierung des Kirchturms der Liebfrauenkirche zusammengekommen. In Korbach gehen darüber laut Brinke-Kriebel jedes Jahr rund 25 000 Euro an Spenden ein. „Der konkrete Zweck motiviert noch mehr zum Spenden“, sagt Eva Brinke-Kriebel. Bernd Merhof, Leiter des Kirchenkreisamtes Korbach, das für die Kirchenkreise Eder und Twiste-Eisenberg zuständig ist, bestätigt: „Das Geld kommt da an, wo es der Spender haben möchte.“

In den evangelischen Kirchengemeinden im Oberen Edertal, die zum Dekanat Biedenkopf-Gladenbach gehören, ist das Kirchgeld bislang kein Thema. „Es kommt aber auch bei uns vor, dass Gemeinden für ganz konkrete Projekte Gemeindeglieder anschreiben und zum Teil erhebliche Summen generieren“, sagt Dekan Andreas Friedrich. 

Hintergrund

Beim freiwilligen Kirchgeld werden Menschen über einen Brief persönlich angesprochen und um eine Spende gebeten. Jede Kirchengemeinde entscheidet selbst darüber, welche Personengruppen angeschrieben werden. Im Bereich der Evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck sind darüber in den vergangenen Jahren bereits mehrere Hundert Projekte von kirchlichen Einrichtungen und Gemeinden umgesetzt worden. 

Dies sei auch eine Möglichkeit, die Menschen stärker an die Kirche zu binden. Dazu sollen Briefe beitragen, in denen für die Spenden gedankt wird. In der katholischen Kirche gibt es das freiwillige Kirchgeld in dieser Form nicht, sagt Jürgen Westhof, stellvertretender Dechant im Dekanat Waldeck. Dennoch können Gemeindeglieder für bestimmte Zwecke Geld spenden. 

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