Landkreis übernimmt Kosten für Reise und Unterkunft

Kooperation mit Uni Marburg: So will der Kreis Landärzte gewinnen

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Vorreiterrolle: Ralf Wittwer aus Sachsenhausen bildet in seiner Praxis bereits junge Medizinstudenten der Universität Marburg weiter. Solche Projekte will der Landkreis künftig stärker fördern, um Landärzte für Waldeck-Frankenberg zu gewinnen. 

Waldeck-Frankenberg. Landluft schnuppern: Um den medizinischen Nachwuchs in Waldeck-Frankenberg zu fördern, arbeitet der Landkreis künftig eng mit der Universität Marburg zusammen. Damit angehende Mediziner ihre Praktika bei Landärzten absolvieren können, werden noch Lehrpraxen gesucht.

Das sogenannte Blockpraktikum ist Pflicht für Studierende im dritten klinischen Studienjahr. Neben der Theorie im Hörsaal müssen die angehenden Allgemeinmediziner ein mehrwöchiges Praktikum in einer Lehrpraxis absolvieren.

Kosten werden übernommen

Um potenzielle Landärzte für die Zukunft zu gewinnen, will der Kreis hier unterstützen: Schreibt sich ein Student für ein Praktikum in der Region ein, wird er die Kosten für Übernachtung und Reise übernehmen. Für das Projekt werden noch Allgemeinmediziner im Kreis gesucht. Voraussetzung für eine entsprechende Zusammenarbeit mit der Universität Marburg sind lediglich eine entsprechende Ausrüstung, die Niederlassung als Allgemeinmediziner und eine Fortbildung. Ist dies erfüllt, können die Studenten künftig für einige Wochen das Team der Landärzte verstärken.

„Das ist nicht nur für die Studierenden, sondern auch für die Ärzte eine große Bereicherung“, weiß der Arzt Ralf Wittwer aus Sachenhausen. Seit 2006 ist seine Praxis akademische Lehrpraxis der Universität Marburg. Daher wirbt er aktiv bei seinen Kollegen, an dem Projekt teilzunehmen: „Das tolle an dem Projekt ist, dass man im Rahmen des Blockpraktikums eng mit den jungen Medizinern zusammenarbeitet und fachlich am Ball bleibt“, betont er.

Auch für den Ersten Kreisbeigeordneten Karl-Friedrich Frese ist das Projekt eine wertvolle Möglichkeit, potenzielle Landärzte zu gewinnen: „Wenn die Studierenden bereits in ihrem Studium praktische Erfahrungen in Landarztpraxen gesammelt haben, ist es wahrscheinlicher, dass sie sich auch nach dem Abschluss für eine Tätigkeit als Landarzt entscheiden.“ Darum werbe er aktiv dafür, dass sich heimische Allgemeinmediziner als akademische Lehrpraxis registrieren lassen.

„Den Praxen entsteht keine zusätzliche organisatorische Arbeit“, sagt der Leiter des Fachdienstes Gesundheit, Friedhelm Sarge. „Interessierte Landärzte können sich gern bei uns melden. Wir stellen dann den Kontakt zur Universität her und kümmern uns um alles Weitere sowie die Finanzierung.“

Freizeitangebot geplant

Darüber hinaus will der Fachdienst Gesundheit den jungen Medizinern während ihres Praktikums auch ein entsprechendes Freizeitprogramm anbieten. „Denn ob man sich eine Tätigkeit als Landarzt in Waldeck-Frankenberg vorstellen kann, darüber entscheidet nicht nur die Arbeit, sondern auch, ob man sich in der Region wohlfühlt“, sagt Katharina Wilke, Mitarbeiterin des Projekts „Gesundheit schafft Zukunft“ beim Landkreis.

Kontakt: Katharina Wilke, Tel. 05631/954-489, E-Mail: katharina.wilke@landkreis-waldeck-frankenberg.de. (r)

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