Acht Altenheime und Krankenhäuser mit Siegel ausgezeichnet

Krankenhäuser in Waldeck-Frankenberg gegen resistente Keime gewappnet

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Wichtigstes Mittel im Kampf gegen die Ausbreitung multiresistenter Keime: In den Krankenhäusern sind Spender für Handdesinfektionsmittel meist schon im Eingangsbereich angebracht.

Waldeck-Frankenberg. Erstmals sind acht Altenheime und Krankenhäuser aus Waldeck-Frankenberg mit dem so genannten MRE-Qualitätssiegel ausgezeichnet worden. Verliehen wird es vom MRE-Netzwerk Nord- und Osthessen in Kassel.

 

„Um das Qualitätssiegel zu erhalten, mussten die Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen viel Einsatz zeigen“, lobt die Koordinatorin des Netzwerkes, Krankenhaus-Hygienikerin Elisabeth Müller-Harhoff. Erforderlich sei unter anderem ausreichend Hygienefachpersonal, es müssten Personalschulungen durchgeführt werden, und der Verbrauch von Händedesinfektionsmitteln werde bewertet.

Fast jeder zehnte Krankenhauspatient bringt gefährliche multiresistente Keime mit in die Klinik, wie das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) mitteilt. In Deutschland haben nach offiziellen Schätzungen jährlich etwa eine halbe Million Menschen eine Krankenhausinfektion durch resistente und andere Keime. Bis zu 15 000 sterben an den Folgen, davon gehen zwischen 1000 und 4000 Todesfälle auf das Konto multiresistenter Erreger. Zahlen für den Landkreis Waldeck-Frankenberg liegen indes nicht vor, erklärt das Kreisgesundheitsamt auf Nachfrage.

Aber es gibt eine gute Nachricht: Hessenweit ist die Zahl der gemeldeten Infektionen mit multiresistenten Keimen im Jahr 2016 erneut zurückgegangen. Das geht aus einer Antwort des Sozialministeriums auf eine Anfrage der SPD-Landtagsabgeordneten Daniela Sommer (Frankenberg) hervor. Demnach wurden den Behörden 159 Fälle bekannt, acht weniger als ein Jahr zuvor. 2012 waren noch 298 Patienten gemeldet worden. Eine umfassende Erklärung für die sinkenden Zahlen gibt es laut Ministerium nicht. Ein Faktor sei aber die verbesserte Vorsorge.  

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