Reform benachteiligt kleine Krankenhäuser 

Kreiskrankenhaus Frankenberg benötigt mehr Unterstützung

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Kreiskrankenhaus Frankenberg: Wie andere ländliche Kliniken hat die Kreisklinik mit Nachteilen durch die Krankenhaus-Strukturreform zu kämpfen. Für kleine Häuser gelten die gleichen Vorgaben wie für große Unikliniken.

Waldeck-Frankenberg. Die 2016 in Kraft getretene Krankenhausreform benachteiligt kleine Kliniken auf dem Land. Große Häuser können die nun geltenden Qualiätskriterien viel leichter erfüllen.

Das Kreiskrankenhaus Frankenberg setzt auf Ausgleichsmaßnahmen, um die Weiterexistenz der Klinik zu sichern. Mut macht den Verantwortlichen dabei der Besuch von Prof. Josef Hecken. Er ist der Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), der auch Kriterien für Zusatzzahlungen zur Absicherung des Klinikbetriebs festlegt. 

Mit dabei war auch Dr. Edgar Franke (Gudensberg), Vorsitzender des Gesundheitsausschusses des Bundestages. „Zwei der wichtigsten Mitspieler im deutschen Gesundheitssystem haben sehr überzeugend dargelegt, dass sie die großen Nöte der kleinen Häuser im ländlichen Raum erkannt haben“, sagt Ralf Schulz, Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses und von Vitos Haina.

„Die im Krankenhausstrukturgesetz definierten Vorgaben gefährden die Häuser im ländlichen Raum. Aufgrund der im Vergleich zu Einrichtungen in Ballungszentren geringeren Fallzahlen stellen die Anforderungen eine kaum zu lösende Herausforderung dar“, sagt Schulz über die Kreisklinik, die jährlich 10.000 Patienten stationär und 20 000 ambulant versorge.

Laut den vom G-BA vorgelegten Regelungen können Kliniken für die Basisversorgung in der Inneren Medizin und der Allgemeinen Chirurgie Zusatzzahlungen (Sicherstellungszuschlag) bekommen, wenn die Versorgung von keiner anderen Klinik in der Nähe (30 Fahrminuten) erledigt werden kann, was in Frankenberg der Fall ist. Die Klinik erhalte aber keine Zahlungen. „In Hessen wird mit diesem Instrument zur Stärkung der Häuser im ländlichen Raum sehr restriktiv umgegangen“ sagt Schulz.

Was Prof. Hecken, einflussreicher Experte im Gesundheitswesen, zur Lage ländlicher Krankenhäuser, zum medizinischen Fortschritt und der Notfallversorgung sagt und welche Lösungsvorschläge er macht, lesen Sie in der gedruckten Mittwochsausgabe. 

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