Kripo entdeckt immer mehr Falschgeld im Landkreis

Wo ist die „Blüte“? Polizeisprecher Volker König hält zwei 20-Euro-Scheine. Die Banknote rechts mit dem stärker glänzenden Hologrammstreifen ist echt. Foto:  Kleine

Waldeck-Frankenberg. Der sprichwörtliche „falsche Fuffziger“ hat Konkurrenz bekommen. Immer mehr gefälschte 20-Euro-Scheine kursieren - und Waldeck-Frankenberg liegt im Trend:

Betrüger bringen mehr „Blüten“ in Umlauf.

Nie zuvor seit Einführung des Euro-Bargelds 2002 hat die Deutsche Bundesbank so viel Falschgeld aus dem Verkehr gezogen wie im ersten Halbjahr 2015. Insgesamt wurden 50 500 gefälschte Scheine registriert - 31 Prozent mehr als im zweiten Halbjahr 2014.

Einen starken Anstieg verzeichnet auch die Polizei in Waldeck-Frankenberg. 38 Fälle von Falschgeld wurden im Jahr 2013 aktenkundig, 50 Fälle waren es 2014. Im ersten Halbjahr 2015 sind es bereits 41 Fälle, bilanziert Polizeisprecher Volker König.

Dabei geht es in der Kriminalstatistik nicht nur um falsche Scheine, sondern auch um Münzgeld. Immer wieder tauchen etwa Münzen fremder Währungen auf, die in Automaten „geschluckt“ werden, weil sie Euro-Stücken in Größe und Gewicht sehr ähnlich sind. Das Gros der Betrügereien mit Falschgeld liegt jedoch auf „Blüten“, also gefälschten Scheinen, sagt König. Von den 41 Fällen im ersten Halbjahr sind bislang 27 bei den Kriminalisten in Waldeck-Frankenberg abgearbeitet. Darunter waren gefälschte 20-Euro-Scheine (11) fast doppelt so häufig wie falsche Fünfziger (6), die früher mit Abstand am häufigsten „blühten“. Selten hingegen verfangen sich ganz kleine oder ganz große Scheine im Netz der Ermittler: Ein einziger 5-Euro-Schein bislang im ersten Halbjahr - aber auch ein Fall, bei dem gleich zwei falsche 200-Euro-Scheine ans Tageslicht kamen.

Tricks und Qualität der Betrügereien sind sehr unterschiedlich. In Umlauf kommen „teilweise ganz primitive Kopien“, erklärt König. Aber es gibt auch „Blüten“, die echt erscheinen. Keine Chance hatte 2014 ein Kunde in Bad Wildungen, der versuchte, einen gefälschten alten 1000-DM-Schein bei einer Bank einzulösen. (jk)

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