Mietverträge für Wohnungen langfristig abgeschlossen

Leere Asyl-Unterkünfte kosten den Kreis dieses Jahr 1,5 Mio. Euro

Wurden einst nagelneu gebaut und stehen heute leer: die neuen Flüchtlingsunterkünfte auf dem Mengeringhäuser Hagen. Die vier Gebäude wurden Teil einer Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Hessen, in die aber niemand einzog.  Archivfoto:  Schulten

Waldeck-Frankenberg. Die Unterbringung und Betreuung von Asylbewerbern kostet den Landkreis Waldeck-Frankenberg viel Geld: Eine Schwierigkeit sind aktuell die Leerstandskosten für derzeit noch angemietete, aber nicht mehr benötigte Wohnungen und Gemeinschaftsunterkünfte.

Die Zahl dieser Leerstände steige ständig, wie der Kreis mitteilt, weil immer weniger Flüchtlinge kämen oder die, die bereits da seien, aus- oder wegziehen. Der Kreis bemühe sich zwar, diese Kostenlast zu minimieren; gerechnet werde aber für dieses Jahr mit mindestens 1,5 Millionen Euro.

Die Mietverträge wurden Ende 2015 bis Anfang 2016 oft langfristig, meist über drei Jahre abgeschlossen – damals unter dem Druck der Flüchtlingswelle und der Maßgabe, keine Dorfgemeinschaftshäuser oder weitere Sporthallen zu belegen. Der Kreis sieht den Bund oder das Land nun in der Pflicht, zu zahlen. Doch aktuell würden die Kommunen mit der Kostenlast allein gelassen.

Während in Korbach große Gemeinschaftsunterkünfte wie das „La-Le-Lu-Land“ geschlossen wurden oder in Mengeringhausen für sechs Millionen extra neu errichtet wurden und nun leer stehen, sind die Probleme in der Stadt Frankenberg nicht so groß. Hier seien rund 95 Prozent der Plätze in den angemieteten Wohnungen durchgängig belegt, teilte die Stadt mit.

Wieviel Unterbringung und Betreuung von Asylbewerbern den Landkreis für das Jahr 2016 genau kosten, könne momentan noch nicht gesagt werden, da noch nicht alle Abrechnungen vorliegen. Das Land Hessen zahlt dem Landkreis seit 2016 für Personen, die sich noch im Asylverfahren befinden, eine Pauschale von 865 Euro pro Monat. Dies dürfte nach derzeitigem Kenntnisstand im Durchschnitt aber die Kosten decken, teilte der Kreis auf Anfrage mit.

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