Verbände bemerken steigendes Interesse an Umwelt und Klima

Naturschutz erfährt in Waldeck-Frankenberg Zuspruch

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Wir haben keinen zweiten Planeten: In Frankenberg hat sich ein Netzwerk gegründet, das sich für den Klimaschutz speziell in der Region engagiert. Am kommenden Freitag, 6. Dezember, wollen die Angehörigen dieser Interessengemeinschaft in der Rathausschirn einen Forderungskatalog an Bürgermeister Rüdiger Heß übergeben. 

Waldeck-Frankenberg – Die gesellschaftliche und mediale Aufmerksamkeit für das Thema Umweltschutz wirkt sich auf die Arbeit der hiesigen Vereine und Verbände aus, die sich in diesem Bereich engagieren.

„Insgesamt kann man erkennen, dass Umweltthemen wieder mehr ins Bewusstsein aller Altersstufen rücken“, sagt Frank Seumer vom NABU Waldeck-Frankenberg auf Nachfrage.

Ein besonderer Mitgliedertrend sei im Zusammenhang mit der Klimabewegung „Fridays for Future“ beim Kreisverband des NABU zwar nicht zu erkennen. „Mit rund 3500 Mitgliedern kreisweit sind wir schon seit Jahren sehr mitgliederstark“, sagt Seumer.

Er stelle aber fest, dass bei Infoständen und Aktionen anlässlich von Festen und Märkten die Resonanz und das Interesse der Besucher an praktischen Naturschutzthemen ansteigten. So fragten immer mehr Menschen beispielsweise nach Insektenhäuser, Nistkästen und Blumen-Saatmischungen. „Auch das Thema Insektensterben berührt die Menschen sehr stark.“

In der Frankenberger NAJU, dem Jugendverband des NABU, engagieren sich Frank Seumer zufolge seit rund einem Jahr viele neue Mitglieder. Diese sind seiner Einschätzung nach aber nicht in erster Linie durch die „Fridays-for-Future“-Bewegung dazugestoßen. Stattdessen sei bei vielen die Motivation gewesen – auch von den Eltern unterstützt – die Freizeit sinnvoll zu gestalten.

Auch der Kreisverband des BUND engagiert sich verstärkt, zum Beispiel innerhalb des neuen Klimanetzwerks Frankenberg.

Die Liste der Orts- und Regionalgruppen der Klimabewegung „Fridays for Future“ wächst stetig. Die Chatgruppe für Frankenberg ist im Oktober neu entstanden. Darin tauschen sich beispielsweise engagierte Klimaprotestler aus dem Landkreis aus.

Unterdessen hat sich die Grüne Jugend Waldeck-Frankenberg in diesem Sommer neu gegründet. „Die Initiative dazu ist erfreulicherweise von mehreren jungen Frauen ausgegangen“, berichtet Peter Mangold vom Vorstand des Grünen-Ortsverbandes Korbach. Die Motivation sei maßgeblich aus den Klimaprotesten heraus entstanden. Darüber hinaus wiesen die Jugendlichen eine „politische Affinität“ auf.

Sie denken global und handeln lokal: In Frankenberg hat sich ein „Klimanetzwerk“ mit etwa 30 interessierten Menschen gegründet. Die Gruppe will das Thema Umweltschutz in der Philipp-Soldan-Stadt vorantreiben und Politiker dazu anregen, auf lokaler Ebene mehr fürs Klima zu tun.

„Wir wollen erreichen, dass der Klimaschutz in der Region immer präsenter wird“, formulierte die Gruppe ihr Anliegen bei einem Treffen. Der Hintergrund für die Gründung des Netzwerks ist die weltweite „Fridays for Future“-Bewegung: Schon im September nahm die Gruppe an einer Freitags-Protestaktion für mehr Klimaschutz in Frankenberg teil.

Mit ihrer nächsten Aktion steht die Gruppe bereits in den Startlöchern: Unter dem Motto „Der Klima-Nikolaus besucht den Bürgermeister“ wollen ihre Mitglieder am kommenden Freitag, 6. Dezember, ein Paket mit zehn Forderungen zum lokalen Klimaschutz an Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß übergeben. Die Aktion findet von 11.30 bis 12.30 Uhr in der Rathausschirn statt. 

„Der Zehn-Punkte-Katalog ist das Ergebnis unserer Umfrage in der Bevölkerung am Weltklimatag am 20. September“, erklären die heimischen Klimaschützer.

„Das Thema Klimaschutz ist in Frankenberg ziemlich in den Hintergrund getreten. Wir wollen erreichen, dass dazu auf lokaler Ebene in Frankenberg und insbesondere vonseiten der Stadt mehr unternommen wird“, sagte Gabriele Herkner-Peters. Vor allem die städtischen Aktivitäten müssten eine „wichtige Säule“ in Sachen Klimaschutz sein.

„Wir wollen dem Bürgermeister und der heimischen Politik zu diesen Themen unsere Hilfe anbieten“, heißt es von Seiten des Netzwerks. Dabei wurde auch daran erinnert, dass die Bürger in Frankenberg vor einigen Jahren schon einmal aufgefordert worden seien, unterstützend tätig zu werden.

„Wir wollen uns einfach mehr mit unseren Ideen einbringen. Wir wollen etwas bewegen“, fasste Jutta Langenbach die Vorstellungen des Netzwerks zusammen. mjx

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VON STEFANIE RÖSNER

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