Ausweichstrecken müssten häufiger saniert werden

Neue Lkw-Maut könnte für Waldeck-Frankenberg teuer werden

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Vielfach genutzte Nebenstrecke für den Lkw-Verkehr: von Wega über Anraff und umgekehrt, hier der Abzweig in Wega. Die Route stellt eine abkürzende Verbindung zwischen den Bundesstraßen 485 und 253 durch Wildungen und Edertal dar und umgeht obendrein in der einen Richtung den Anstieg am Giflitzer Berg. 

Waldeck-Frankenberg. Wie verändert die Lkw-Maut, die seit 1. Juli auf allen Bundesstraßen gilt, die Güterverkehrsströme im Landkreis? Kommen auf Kreis- und Kommunalstraßen höhere Belastungen zu?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich der Landkreis auf Verwaltungsebene, bestätigt der Erste Kreisbeigeordnete Karl-Friedrich Frese: „Auch wenn wir das Thema im Kreistag noch nicht zur Sprache gebracht haben.“

Ein erklärtes Ziel der Gebühr auf Bundesstraßen lautet: Mautflüchtlinge zurück auf die Autobahnen zu drängen, damit Anwohner von Bundesstraßen in Orten wieder etwas ruhiger schlafen. Die Kehrseite dieser Medaille: Warenverkehr innerhalb der Region, der die Autobahn kaum benutzt, fällt nun unter die Mautpflicht. Um sie zu umgehen, könnten heimische Lastwagen auf Landes- und Kreisstraßen ausweichen.

Der Kreisetat für Straßenbau pendelt zwischen sieben und acht Millionen Euro pro Jahr. „Falls die Maut Verdrängungseffekte auslöst, müssen wir prüfen, ob die Ausbaustandards bei den Kreisstraßen ausreichen“, erläutert Frese. Breitere Trassen wären eine denkbare Konsequenz.

Neu nachdenken müsse man laut Frese auch über das kostengünstige Verfahren, das bei Straßensanierungen angewendet wird: die reine Deckenerneuerung. „Die Straßen sind nicht so belastungsfähig, wie bei einem vollständigen Neuausbau“, sagt Frese. In der Konsequenz würden die Baukosten steigen und den Spielraum im Rahmen des Straßenbau-Etats einengen.

Zu den Aufgaben eines jüngst eingestellten Ingenieurs im Fachdienst Bauen zähle es, mögliche Ausweichstrecken im Kreis zu identifizieren.

Die regelmäßigen Kontrollen der Kreisstraßen auf Verkehrsbelastungen und baulichen Zustand durch Hessen-Mobil zeigten in den nächsten Jahren, worauf sich der Kreis einstellen müsse, sagt Frese.

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