Polizeimedaillen für mutige Helfer: Gemündener stellte Tankbetrüger

Ausgezeichnet für Zivilcourage: Im Bild bei der offiziellen Ehrung im Polizeipräsidium Nordhessen stehen in der ersten Reihe (von links) Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann, Maike Neumeier, Christine Backhauß, Till Wendland und Paul Tomse. Dahinter (von links) Polizeipräsident Eckhard Sauer, Florian Waschack, Wolfgang Jungnitsch, Andre Schöps, Christof Wenglorz, Stadträtin Barbara Herrmann-Kirchberg, Enno Boland und Michael Hartmann. Es fehlt Maximilian Kucenski. Foto: Malmus

Kassel / Waldeck-Frankenberg. Der Kasseler Verein „Bürger und Polizei" und das Polizeipräsidium Nordhessen haben auch dieses Jahr wieder Menschen ausgezeichnet, die in zum Teil sehr unterschiedlicher Weise die Arbeit ihrer Polizei unterstützt haben.

Zehn Menschen aus Kassel, Witzenhausen, Hess. Lichtenau, Bad Arolsen, Gemünden und Marsberg nahmen am Mittwochabend im Polizeipräsidium Nordhessen aus den Händen von Polizeipräsident Eckhard Sauer, der auch Präsident des Vereins Bürger und Polizei Kassel ist, Ehrungen in Form der Kasseler Polizeimedaille entgegen.

In dem Fall aus Gemünden half der Gemündener Michael H., dass ein Betrüger gefasst werden konnte.

Und so lief der Fall im Detail ab: Der 52-jährige Gemündener war Anfang Dezember an einem Sonntagmittag Zeuge eines Tankbetruges geworden. Die Mitarbeiterin einer Tankstelle hatte ihn auf einen Autofahrer aufmerksam gemacht, der gerade sein Auto für rund 80 Euro betankt hatte und anschließend ohne zu bezahlen vom Tankstellengelände in Richtung Frankenberg davon gefahren war. Michael H. nahm mit seinem Wagen sofort die Verfolgung auf und verständigte die Polizei.

Als der Tankbetrüger seinen Verfolger bemerkte, versuchte er ihn über einen Wirtschaftsweg abzuhängen. Als er dort nicht weiter kam und wendete, hatte ihm der Zeuge bereits den Weg versperrt. Dennoch drängelte sich der Tankbetrüger mit seinem Fahrzeug am Auto des Zeugen vorbei und beschädigte dieses dabei leicht an der Stoßstange. Weiter ging die Fahrt in Richtung Frankenberg, allerdings nicht sehr weit. Der flüchtige Autofahrer wollte im Einmündungsbereich zur Landesstraße nach rechts in Richtung Dörnholzhausen abbiegen und kam, weil er zu schnell war, nach links von der Fahrbahn ab und landete im Straßengraben. Dabei verletzten sich seine drei Familienangehörigen, die mit ihm unterwegs waren, leicht.

Eine Polizeistreife konnte den 23-jährigen Tankbetrüger noch am Unfallort festnehmen. Dabei versuchte er noch, einen gefälschten österreichischen Führerschein in einem Gebüsch verschwinden zu lassen. Eine gültige Fahrerlaubnis hatte der Mann nicht.

Auf den 23-Jährigen kommen nun mehrere Strafverfahren wegen Tankbetrugs, Urkundenfälschung, unerlaubtes Entfernen vom Unfallort, fahrlässige Körperverletzung und Fahrens ohne Fahrerlaubnis zu. (nh/chr)

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