Angeblich mehr als 100.000 Euro kassiert

Prozess gegen Ex-Landrat Eichenlaub beginnt am 21. September

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Muss sich ab 21. September vor Gericht verantworten: Der ehemalige Landrat von Waldeck-Frankenberg, Helmut Eichenlaub.

Waldeck-Frankenberg. Der Prozess gegen Helmut Eichenlaub, den ehemaligen Landrat von Waldeck-Frankenberg (1998-2009), beginnt am 21. September 2015 am Landgericht in Kassel.

Diesen Termin nannte Dr. Jan Blumentritt, Richter und Pressesprecher des Landgerichts, auf HNA-Nachfrage.

Mit Eichenlaub stehen zwei weitere Angeklagte vor Gericht: ein ehemaliger Vorstand der Sparkasse Waldeck-Frankenberg und ein Ex-Manager einer Schweizer Bank. „Es gibt drei Anklagepunkte“, sagte Dr. Jan Blumentritt, „einer richtet sich gegen alle drei Angeklagten, die anderen beiden nur gegen Eichenlaub. „Die Anklagen wurden zu einem Verfahren verbunden.“

Helmut Eichenlaub soll als Landrat aus Bankgeschäften des Kreises unrechtmäßig mehr als 100 000 Euro kassiert haben. Die Staatsanwaltschaft hatte folgende Vorwürfe erhoben: gewerbliche Untreue und gewerbliche Bestechlickeit sowie Betrug. Der Ex-Vorstand der Sparkasse Waldeck-Frankenberg muss sich wegen Untreue zum Nachteil des Geldinstitutes verantworten.

Außerdem wirft ihm die Staatsanwaltschaft Beihilfe zur Untreue vor. Das sei zum Nachteil des Eigenbetriebs Abfallwirtschaft des Kreises geschehen. Der Manager der Sparkasse habe zu Gunsten von Eichenlaub auf Zahlungen verzichtet. So soll der Landrat 49.000 Euro für sich vereinnahmt haben. Diese Zahlungen sollten eigentlich für die Vermittlung des Eigenbetriebs als Kunde einer Schweizer Bank an die Sparkasse fließen.

Dem früheren Manager der Schweizer Bank werden Bestechung und Beihilfe zur Untreue vorgeworfen. Der Manager soll mit Eichenlaub die Konditionen für die Geldanlage angepasst haben. Damit hätten beide die Höhe der Zahlungen günstig für Eichenlaub und die Bank, aber zum Nachteil des Eigenbetriebs Abfallwirtschaft beeinflusst.

Für den Prozess am Landgericht in Kassel sind nach der Eröffnung am 21. September (13 Uhr), zwölf weitere Termine angesetzt, der letzte am 8. Dezember. „Das heißt aber nicht, dass dann ein Urteil fällt“, sagte Gerichtssprecher Blumentritt. „Und dass es so viele Termine sind, heißt auch nicht, dass alle benötigt werden. Das hängt auch davon ab, in welchem Umfang die Angeklagten und Zeugen aussagen."

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