Seit zehn Jahren gilt in Hessen das Nichtraucherschutzgesetz

10 Jahre Rauchverbot: Die Lage hat sich beruhigt

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Der schönste Platz ist immer an der Theke: Seit acht Jahren ist Wirt Aristidis Tsangalidis (rechts) Chef am Zapfhahn in den Bürgerstuben „Bei Aris“ in Höringhausen. Stammgast Ralf Berthold trinkt hier gerne sein Bier. Auch Raucher sind willkommen. 

Waldeck-Frankenberg. Zehn Jahre ist es nun her, dass die Raucher in Hessen aus Restaurants und Gaststätten verbannt wurden. Das Nichtraucherschutzgesetz erschütterte damals auch die heimische Kneipenwelt ganz erheblich.

„Alles in allem hat sich die Sache inzwischen beruhigt“, sagt Werner Steuber im Rückblick. Aber: „Zuträglich fürs Geschäft war das Aussperren der Raucher nicht“, stellt der Inhaber des Landgasthofs Steuber in Bromskirchen-Neuludwigsdorf deutlich klar. 

Der 64-Jährige ist Vorsitzender des Kreisverbands Frankenberg im Hotel- und Gastronomieverband Dehoga. Seiner Ansicht nach haben „am meisten die kleinen Einraumgeschäfte unter diesem Gesetz gelitten“, sagt Werner Steuber. 

Nach zehn Jahren ist das Thema Rauchverbot auch für Helmut Bremer eigentlich durch. Denn, so sagt der Inhaber des Cafés und Restaurants „Zur Kugelsburg“ in Volkmarsen: „In Speisegaststätten wie bei uns gehen die Gäste inzwischen wie selbstverständlich zum Rauchen vor die Tür.“ 

Bremer ist Vorsitzender des Dehoga-Kreisverbands Bad Arolsen und damit für etwa 60 Betriebe zuständig. Früher waren es mehr Gaststätten. Immer noch geben Gastwirte auf. Nur durch das Aussperren der Raucher habe aber keine Kneipe schließen müssen, glaubt der 60-Jährige. 

Im heimischen Gastgewerbe seien nach wie vor „Existenzen bedroht“, so Werner Steuber. Ob allein auf Grund des Nichtraucherschutzes, das sei schwer festzumachen. In Dörfern und auf dem Lande seien es Nachfolge-Probleme, die die Betriebe hätten, so Steuber. 

Nach Ansicht der Dehoga Hessen ringt die hessische Landgastronomie um ihre Existenz. Sie habe seit Jahren zu kämpfen mit sinkenden Umsätzen, gestiegenen Kosten und Auflagen sowie den Herausforderungen des Fachkräftebedarfs und der Generationennachfolge.

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