Rund 25.000 Waldeck-Frankenberger offenbar in Kurzarbeit

Arbeitsmarkt im Landkreis: 575 Menschen verloren  ihren Job im April

Eine Besucherin geht am 26.02.2015 in Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern) in den Empfangsbereich der Agentur für Arbeit. Im Februar ist die Zahl der Arbeitslosen in Mecklenburg-Vorpommern leicht um 700 gesunken. 101.500 Männer und Frauen waren ohne Arbeit, wie die Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit mitteilte. Die Arbeitslosenquote liegt bei 12,2 Prozent und damit einen Prozentpunkt niedriger als im Februar 2014. Foto: Jens Büttner/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit
+
Die Zahl der Arbeitslosen ist im April in Waldeck-Frankenberg gestiegen.

Das Coronavirus hatte im April deutliche Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. 3624 Menschen im Landkreis sind arbeitslos gemeldet und damit 575 mehr als noch im März.

Das bedeutet ein Plus von knapp 19 Prozent. Mehr als 1500 Betriebe haben zudem Kurzarbeit angemeldet.

Laut Uwe Kemper, Chef der Agentur für Arbeit Korbach, seien alle Branchen von der Zunahme der Arbeitslosigkeit betroffen, vor allem aber die Bereiche Verkehr und Logistik, Handel und Tourismus sowie Produktion und Fertigung. Im Gegensatz zur Finanzkrise 2009 seien aber „alle Branchen mehr oder minder in Mitleidenschaft gezogen“. Die Arbeitslosenquote im Landkreis ist im April um 0,6 auf aktuell 4,1 Prozent gestiegen.

Zur Kurzarbeit hat die Arbeitsagentur nach eigenen Angaben eine Sonderauswertung vorgenommen. Demnach gab es im März und April im gesamten Agenturbezirk, zu dem Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder gehören, 2802 Kurzarbeits-Anzeigen, die bereits geprüft wurden. Im Vorjahreszeitraum seien es neun gewesen. Betroffen davon sind wahrscheinlich in diesem Jahr 38 475 Personen im Bezirk. Allein in Waldeck-Frankenberg sind es wohl 26 547. Allerdings schränkt Kemper ein: „Ob alle diese Arbeitnehmer tatsächlich verkürzt arbeiten und wenn ja, in welchem Umfang, lässt sich erst nach Abrechnung der Kurzarbeit sagen.“

Uwe Kemper, Chef der Agentur für Arbeit Korbach

Bis zu 20 Prozent offene Stellen storniert

Die „übliche Frühjahrsbelebung findet nicht statt“, so Kemper. Regulär würden zum 1. April viele Beschäftigungsverhältnisse neu begonnen. Doch aktuell gebe es einen „deutlich reduzierten Abgang“ ins Erwerbsleben. Im gesamten Agenturbezirk gibt es 2433 Arbeitsangebote, noch im März war der Stellenbestand um 434 Jobs höher. „Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist eingebrochen“, sagt der Agentur-Chef. Bis zu 20 Prozent der Stellen seien storniert worden.

Eine geringe Dynamik gebe es aber dennoch auf dem Arbeitsmarkt: Im April sind 565 Menschen in beiden Landkreisen aus der Arbeitslosigkeit ins Erwerbsleben gewechselt. Hoffnungsvoll blickt Kemper auf den Ausbildungsbeginn am 1. August. Die Stornierungsquote liege bei drei Prozent, das sei normal.

Von Julia Renner

Neues zu Corona im Landkreis Waldeck-Frankenberg:

Die neuesten Entwicklungen zu Corona im Landkreis Waldeck-Frankenberg* gibt es im News-Ticker.

*wlz-online.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.