Kreiswahl: CDU, SPD und Grüne lassen kräftig Federn

AfD aus dem Stand auf fast 13 Prozent im Kreis Waldeck-Frankenberg

Waldeck-Frankenberg. Die „Alternative für Deutschland“ sorgt für einen Paukenschlag in der Kreispolitik. Nach dem Trendergebnis von Sonntagabend erzielt die AfD 12,8 Prozent der Stimmen auf Kreisebene und zieht damit ins Kreisparlament ein – möglicherweise als drittstärkste Fraktion.

Für die Kreispolitik bedeutet dies gravierende Veränderungen. Die bislang hauchdünn regierende „Kernkoalition“ von SPD und Grünen mit den beiden Linken-Abgeordneten hat ihre Mehrheit verloren. Aber auch für eine bürgerliche Koalition aus CDU, Freien Wählern und FDP, wie vor 2011, reicht es nach den Trendergebnissen vom Sonntag nicht.

Nicht nur die beiden Volksparteien SPD und CDU, sondern insbesondere auch die Grünen büßten beim Urnengang kräftig ein. Rund drei Prozent sind es nach den Trendergebnissen bei den Sozialdemokraten und bei der Union als stärkste Parteien auf Kreisebene. Die Grünen verloren gar über sechs Prozentpunkte im Trend.

2011 hatte die Ökopartei nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima ihren Stimmenanteil in Waldeck-Frankenberg mehr als verdoppelt. Diesmal sind sie die Verlierer der Kommunalwahl – offenbar ebenfalls durch einen bundespolitischen Einfluss. Denn den Erfolg der AfD schreiben politische Beobachter vor allem der hitzigen Flüchtlingsdebatte zu.

SPD und CDU hatten im Vorfeld eine Zusammenarbeit mit der AfD bereits abgelehnt. Somit werden die kommenden Tage spannend, ob und welches Bündnis sich im Kreisparlament abzeichnet. Schon im Vorfeld hatte es hinter den Kulissen einige Spekulationen gegeben über eine mögliche große Koalition aus SPD und CDU. Doch zunächst müssen alle Parteien die Endauszählung abwarten. Durch Kumulieren und Panaschieren können sich Veränderungen ergeben.

Von Jörg Kleine

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Rubriklistenbild: © Matthias Schuldt

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