Trotz höherer Förderung: Ökolandbau in Waldeck-Frankenberg eine Seltenheit

Waldeck-Frankenberg. Obwohl die Landesregierung die Förderung für Bio-Betriebe vor einem Jahr erhöht hat, bleibt der Ökolandbau in Waldeck-Frankenberg schwach ausgeprägt.

Landwirtschaftsministerin Priska Hinz (Grüne) betonte kürzlich, dass der Ökolandbau hessenweit zugenommen habe. Um 180 sei die Zahl der Ökobetriebe im Land gestiegen.

Die Euphorie wird im Kreis nicht ganz geteilt. „Die Zahl der Biobetriebe ist bei uns nur um vier angestiegen“, sagt Matthias Eckel, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes. „Biolandbau ist ein schwieriges Feld. Öko-Landwirte müssen hart arbeiten, um wirtschaftlich zu produzieren.“ Der Preis für Bio-Produkte sei im Vergleich zu konventionellen Erzeugnissen noch zu schlecht.

In Waldeck-Frankenberg gibt es 177 Ökolandbau-Betriebe. Das sind fast sieben Prozent aller landwirtschaftlichen Betriebe. Neun Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Fläche wird für die Herstellung von Bio-Produkten genutzt. Eckel: „Bio-Landwirte haben schlechtere Erträge und können diese nicht durch Kunstdünger oder den Einsatz von Spritzmitteln erhöhen.“ Wer Biolandbau betreibe, müsse Dünger und Futter einsetzen, das auch biologisch hergestellt werde. „Das ist teurer als konventionelles.“

Mit Blick auf die schwer zu findenden Absatzmärkte für Bio-Landwirte aus der Region kritisiert der Geschäftsführer die „Billig-Bio-Produkte“ aus dem Supermarkt. „Es gibt 200 bis 300 Bio-Produkte in den Regalen. Davon kommen aber oft nur fünf aus Deutschland oder der heimischen Region.“ Diese zumeist billigere Konkurrenz aus dem Ausland mache es Landwirten hierzulande schwer. „Viele Bio-Bauern können ihre Erzeugnisse gar nicht als Bio-Produkte verkaufen. Sie geben diese, obwohl es Bio-Produkte sind, als konventionelle Erzeugnisse in den Handel und erzielen dafür natürlich keinen angemessenen Preis mehr.“

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