Attacken in der Nacht

Einbrüche und fliegende Steine: Unbekannter tyrannisiert Familie in Marienhagen

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Einwohner werden tyrannisiert: In dem Vöhler Ortsteil knallt es nachts immer wieder laut, auf das Dach eines Einwohners fliegen regelmäßig dicke Steine. 

Marienhagen in der Nähe des Edersees ist eigentlich eine Idylle, doch für einen Rentner ist es die Hölle. Seine Familie wird von einem Mann terrorisiert. Auch die Polizei kann nicht helfen. 

Marienhagen war immer ein Eldorado für Ruhesuchende, ein Ort, wie man ihn sich wünscht“, sagt ein Einwohner. Dies treffe jedoch nicht mehr auf den Vöhler Ortsteil zu. Er und seine Frau, aber auch andere im Ort würden immer wieder belästigt durch kleinere Explosionen, versuchte Einbrüche und Steine, die aufs Hausdach fliegen.

Seit einigen Jahren lebt der Mann mit seiner Frau im Ort, fühlte sich immer wohl dort. Doch aus dem Nichts heraus, so schildert er es, begannen vor vier Jahren Attacken, vor allem nachts. „Von Zeit zu Zeit fliegen dicke Steine auf unser Dach“, berichtet er. Die finde er dann am nächsten Morgen im Garten oder der Einfahrt, das Dach wurde bereits mehrfach beschädigt.

Hinzu kommen – unter der Woche, meist aber am Wochenende – laute Knall- und Böllergeräusche in verschiedenen Straßen am Ortsrand. Ob der Lärm von Silvesterböllern oder gar einer Gaspistole oder ähnlichem stammt? Der Mann ist sich nicht sicher.

Mehrfach habe es auch bereits Einbruchsversuche in sein Haus gegeben, sagt der Rentner. Zwei Mal, so schildert er es, habe er dem Täter auch bereits gegenüber gestanden und ihn wieder aus dem Haus gedrängt.

Polizei mit erhöhter Präsenz

Der Marienhagener ist sicher: Der Eindringling ist auch derjenige, der nachts böllert und Steine wirft. Angezeigt habe er den Mann schon, doch die Staatsanwaltschaft habe das Verfahren eingestellt. Seitdem gehe es immer weiter mit den Attacken in der Nacht, mindestens einmal jeden Monat. „Ich frage mich, warum er uns ausgesucht hat.“ Er kenne die Familie gar nicht, habe nie etwas mit ihr zu tun gehabt.

Die Polizei, so sagt er, habe ihn nie hängen lassen. Oft rufe er an, immer komme dann auch eine Streife. Doch bis die Polizei aus Korbach vor Ort sei, sei der Täter längst weg. Dirk Richter, Sprecher der Polizei in Waldeck-Frankenberg, bestätigt, dass es in der Vergangenheit wiederholt Vorfälle wie Vandalismus in Marienhagen gegeben habe. Die Polizei zeige dort deshalb erhöhte Präsenz durch vermehrte Streifenfahrten, so Richter.

Marienhagens Ortsvorsteher Sebastian Klein hat selbst schon nächtliche Böllerschüsse gehört. Nichtsdestotrotz sei der Lärm kein Gesprächsthema im Ort, Einwohner seien deshalb bislang nicht auf ihn zugekommen.

Der betroffene Rentner hofft, dass durch die Berichterstattung die Menschen im Ort die Augen offen halten und so mithelfen, den Unruhestifter dingfest zu machen. „Hätten wir nicht so ein tolles Verhältnis zu unseren Nachbarn, wären wir schon längst weggezogen. Wir wollen einfach nur unsere Ruhe haben.“

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