HNA fragt: Wie kommt die Zahl zustande?

Veranstalter spricht nach Frankenberger Pfingstmarkt von 250.000 Besuchern

+
Der Pfingstmarkt in Frankenberg war wieder gut besucht. Wie viele Besucher kamen, kann man nicht zählen, höchstens schätzen. 

Der Frankenberger Pfingstmarkt zählte am Dienstag zum Ende der Veranstaltung 250.000 Besucher. Aber wie kommt diese Zahl überhaupt zustande?

Der Frankenberger Pfingstmarkt, der am Dienstag mit dem Frühschoppen und dem Familientag zu Ende gegangen ist, war aus Sicht von Veranstalter Max Wagner wieder ein Erfolg. Was die Besucherzahl angeht, entspreche sie der der Vorjahre. 

Und da nennt Wagner immer wieder die gleiche Zahl: 250.000. Doch wie kommt diese Schätzung zustande? Das fragen kritische Leser, und das hat auch die HNA die Verantwortlichen gefragt. 

Das sagt der Veranstalter

„Das ist eine gewachsene Zahl“, sagt Veranstalter Max Wagner. Über die Hintergründe gebe er aber keine Auskünfte. Traditionell sei der Discoabend am Sonntagabend die am besten besuchte Veranstaltung, gefolgt vom Frühschoppen am Dienstag. Es gebe meistens einen Regentag. „Dann kommen die Leute eben an einem anderen Tag.“ 

So sei der Freitagabend wegen des Gewitters nicht so gut besucht gewesen. Das sei aber durch die anderen Tage ausgeglichen worden, erläutert Wagner, dessen Familie den Pfingstmarkt schon seit Jahrzehnten organisiert.

Das sagt die Stadt

Die Besucherzahl sei „natürlich nur geschätzt“, sagt Florian Held, Sprecher der Stadt Frankenberg. Es werde pro Tag von ungefähr 50 000 Besuchern ausgegangen – so kommt man für den gesamten Pfingstmarkt über das verlängerte Wochenende auf die 250 000 Besucher, die auch Max Wagner nennt.

Es sollten rein rechnerisch aber immer nur etwa 6000 Menschen gleichzeitig auf der kleinen Wehrweide, dem Festgelände, sein, erläutert Florian Held. So sieht es zumindest das Sicherheitskonzept vor. Die Zahl ergebe sich anhand der Kapazität der Fluchtwege – den vier Brücken, die von der Wehrweide abführen. Die kleine Wehrweide ist laut Stadtverwaltung etwa 26 000 Quadratmeter groß. Wie viele Besucher gleichzeitig dort sind, „steht und fällt natürlich mit den Veranstaltungen“, sagt Held.

Das sagt die Polizei

Für die Polizei sei es bei solchen Volksfesten – anders als bei Demos – „im Prinzip egal, wie viele Menschen dort sind“, sagt Dirk Richter, Sprecher der Polizeidirektion Waldeck-Frankenberg. Er halte es auch für schwierig, sagt Richter, eine realistische Schätzung der Besucherzahl abzugeben. „Das ist ein Kommen und Gehen.“ Man müsse ja auch berücksichtigen, wie lange die Besucher jeweils bleiben und wann die nächsten kommen. 

Hinzu komme, dass beim Pfingstmarkt keine Eintrittskarten verkauft werden. Bei Veranstaltungen wie dem Hessentag werde die Besucherzahl anhand verkaufter Eintrittskarten sowie der Zahlen der Bahnreisenden und der geparkten Busse und Autos hochgerechnet. 

Zum Vergleich: Beim Arolser Viehmarkt sollen es jedes Jahr laut Veranstalters an vier Tagen 500.000 Besucher sein. Zu den zehn Tagen Hessentag im vergangenen Jahr in Korbach kamen insgesamt etwa 845.000 Menschen. Eine Bilanz der Polizei über die Einsätze während des Pfingstmarktes 2019 wurde für angekündigt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.