Zahl der Empfänger um fünf Prozent gestiegen

Waldeck-Frankenberg: Immer mehr Väter nutzen Elterngeld

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Jungs unter sich: Papa Lars Knecht mit Lorenz auf dem Arm, der am 9. Juli zur Welt kam, und Friedrich, der drei Jahre alt ist.

Waldeck-Frankenberg. Immer mehr Väter im Landkreis Waldeck-Frankenberg nehmen nach der Geburt eines Kindes eine berufliche Auszeit.

2011 waren es noch 247 Männer von insgesamt 1152 Personen, die Elterngeld bezogen, 2014 schon 307 und damit 26,1 Prozent von insgesamt 1176 Elterngeldbeziehern im Kreis – eine Steigerung um fast fünf Prozent. Dennoch liegt der Kreis damit unter dem Hessen-Durchschnitt.

Im Bundesland nahmen 32,5 Prozent der Väter, deren Kinder 2014 zur Welt kamen, eine Auszeit. Deutschlandweit waren es 34,2 Prozent. Zum Vergleich: Bei Müttern liegt der Bundesdurchschnitt bei 96 Prozent. Neuere Zahlen des Statistischen Bundesamtes, aufgeschlüsselt nach Landkreisen, gibt es noch nicht. Der Großteil der Väter entscheidet sich für eine Auszeit von zwei Monaten.

Gerhard Brühl, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Waldeck-Frankenberg, bestätigt die häufige Nachfrage nach einer zweimonatigen Auszeit vieler frischgebackener Väter. „Das ist auch eine Folge des veränderten Rollenbildes“, sagt er.

Für die Betriebe sei die Auszeit eines Mitarbeiters durchaus eine Herausforderung, sagt Brühl. Betriebe im Landkreis hätten im Durchschnitt fünf Mitarbeiter. Falle davon einer über einen längeren Zeitraum aus – egal aus welchem Grund – fehle 20 Prozent der Arbeitsleistung. Gerade angesichts aktuell voller Auftragsbücher, vor allem im Bauhaupt- und Nebengewerbe, sei das eine Herausforderung. Dieser würden sich die Betriebe aber nicht verschließen, hat Brühl festgestellt.

„Das Thema steht auch im Zusammenhang mit dem Fachkräftebedarf.“ Weil man gute Mitarbeiter auf Dauer halten wolle, versuche man, solche längeren Auszeiten zu ermöglichen. Die Kreishandwerkerschaft berät Mitgliedsbetriebe in Fragen rund um das Elterngeld. 

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