Land Hessen verlangt, Phosphat besser aus Wasser zu filtern

Kommunen in Waldeck-Frankenberg müssen in Klärwerke investieren

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Mario Angenendt, Klärwerksleiter beim Abwasserverband Ittertal, bei der Kläranlage zwischen Thalitter und Herzhausen.

Waldeck-Frankenberg. Die Kläranlagen in Hessen müssen wegen einer Entscheidung des Umweltministeriums in Wiesbaden nachrüsten: Es sollen weniger Phosphate in die Gewässer gelangen.

Die Kommunen in Waldeck-Frankenberg kommen glimpflich davon: Nur die Anlagen in Thalitter und Frankenberg fallen in die Kategorie, die ab 2019 die strengsten Werte einhalten muss. Bei kleineren Klärwerken reicht es, bestehende Anlagen zu optimieren.

Im hessischen Maßnahmenprogramm zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie wird der Einsatz von Filtern vorgeschlagen, um den strengsten Phosphatwert zu erreichen. Der Abwasserverband Ittertal, der für die Kommunen Korbach, Lichtenfels und Vöhl die Anlage bei Thalitter betreibt, und die Energiegesellschaft Frankenberg (EGF) haben jedoch die Optimierung der Fällung von Phosphaten im Wasser getestet – mit vielversprechenden Ergebnissen. Bei der Fällung werden mit Chemikalien Phosphate umgewandelt und landen im Klärschlamm.

„Wir stellen auf eine Zwei-Punkt-Fällung um“, erklärt Mario Angenendt, Klärwerksleiter in Thalitter. Bislang wurde das Fällmittel am Ende des belüfteten Bereichs der Kläranlage eingefügt, mit dem von Dezember 2016 bis März 2017 getesteten Verfahren wird später ein zweites Mal Fällmittel hinzugefügt, um den Grenzwert sicher einzuhalten. Nötig sind dafür ein größerer Tank, eine erneuerte Pumpentechnik und Updates der Software – seit vier Jahren nutzt die Anlage eine Online-Messung, was eine präzisere Überwachung ermöglicht. Insgesamt werden nach Angaben der Stadt Korbach 700 000 bis 800 000 Euro investiert.

Die Lösung in Frankenberg sieht ähnlich aus – bisher umgesetzte Schritte kosteten 30 000 Euro, wie hoch die Kosten noch werden, ist laut Karl-Heinz Schleiter, Geschäftsführer der EGF, schwer zu beziffern. 

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