Landkreis verfügt Haushaltssperre

Waldeck-Frankenberg will 2,5 Millionen sparen, um Corona-Folgen zu dämpfen

Kreishaus des Landkreises Waldeck-Frankenberg in Korbach
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Die Kreisverwaltung spart 2,5 Millionen Euro ein, um wirtschaftliche Corona-Folgen abzumildern.

Die finanziellen Auswirkungen der Coronakrise auf den Landkreis Waldeck-Frankenberg sind noch ungewiss, doch die Verwaltung sorgt vor: Der Kreisausschuss hat eine Haushaltssperre über 2,5 Millionen Euro verfügt. 

Korbach - Die Kreisverwaltung rechnet mit „fehlenden Erträgen und nicht vorhersehbaren Aufwendungen" durch die Corona-Pandemie, sagt Landkreis-Sprecherin Ann-Katrin Heimbuchner. Deshalb sei jetzt geprüft worden, welche Einsparungen im aktuellen Haushalt möglich sind.

Vorsorglich werden 2,5 Millionen Euro „haushaltswirtschaftlich“ gesperrt. Dies hat der Kreisausschuss in seiner Sitzung am Dienstag entschieden. Denn obwohl die genauen Auswirkungen noch ungewiss seien – der Kreis rechnet mit einem „Anstieg von Sozialleistungen, Unterstützungsleistungen für kreiseigene Gesellschaften oder Kosten für Hilfsmittel zur Bewältigung der Krise“.

Bei der Prüfung, in welchen Bereichen Einsparungen im laufenden Haushaltsjahr möglich sind, sei nun eine Summe 2,5 Millionen kalkuliert worden, so die Sprecherin. „Für diesen Betrag hat der Kreisausschuss eine haushaltswirtschaftliche Sperre verfügt. Das bedeutet, dass diese Mittel aus dem Haushalt 2020 für die Nutzung gesperrt werden.“

Zwölf Millionen Euro als Polster

Betroffen davon sind die unterschiedlichsten Bereiche des Haushalts. Ein Beispiel: Da aufgrund von Corona „wesentlich geringere Zuweisungen an Migranten erfolgen, werden hierfür eingestellte Mittel nicht abgerufen“. Außerdem würden die Personalkosten sinken, da freie Stellen später als zunächst geplant besetzt würden.

„Weiterhin können zahlreiche geplante Veranstaltungen aufgrund der aktuellen Situation nicht stattfinden, deren Finanzierung somit wegfällt. Im Bereich der Paten- und Partnerschaften können aufgrund der Pandemie zudem keine Begegnungen stattfinden. Aufgrund nahezu aller abgesagter Termine im Verwaltungsbereich sinken weiterhin die Reise- und Fortbildungskosten.“ Größere Vorhaben würden aber nicht verschoben.

Hinzu kommt noch ein „gutes Polster“ von rund zwölf Millionen Euro, wie Landrat Dr. Reinhard Kubat kürzlich in einer Sitzung des Finanzausschusses des Kreistags sagte. Das Geld stammt noch aus der Auflösung eines Fonds. Kubat sagte in der Sitzung, die Mittel seien wichtig für „die vor uns liegende Zeit“.

Laut Landkreis-Sprecherin soll so auch versucht werden, dass Schul- und Kreisumlage „nach Möglichkeit weiterhin auf einem im landesweiten Vergleich niedrigen und für die Kommunen berechenbaren Niveau konstant gehalten werden“ können.  

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