Selbst der NABU ist für stärkere Bekämpfung

Waschbären sind "riesiges Problem" in Waldeck-Frankenberg

Waldeck-Frankenberg. Sollte der Abschuss von Waschbären und Kormoranen erleichtert werden? Darüber wurde jetzt im Wiesbadener Landtag diskutiert. Im Landkreis ist die Meinung einhellig, zumindest mit Blick auf die Waschbären.

„Sie sind ein riesiges Problem, haben sich stark vermehrt“, sagt Heinz-Günther Schneider, Vorsitzender des Naturschutzbundes (NABU) Waldeck-Frankenberg.

Während Waschbären hohe Schäden in Gärten und Häusern anrichten, bedrohen Kormorane die Fischpopulationen in Seen und Flüssen. Viele tausend Waschbären leben im Landkreis, geschossen wurden allein im letzten Jagdjahr 2861 der Tiere. Doch das reicht nicht, finden heimische Jäger. „Man wird der Lage nicht Herr“, sagt Daniel Panzer, stellvertretender Vorsitzender der Jägervereinigung Frankenberg. „Waschbären haben keine natürlichen Feinde und können sich ungebremst ausbreiten.“

Sowohl Panzer als auch Heinz Langerzik, Vorsitzender der Waldeckischen Jägerschaft, berichten von vermehrten Hilferufen aus der Bevölkerung. Das Problem: Derzeit ist Schonzeit für die Plagegeister. „Wir können nicht helfen, uns sind die Hände gebunden“, sagt Langerzik. Man könne derzeit nur versuchen, die Tiere zu vertreiben.

Heinz-Günther Schneider vom NABU sagt, dass man die Schonzeit akzeptieren müsse. „Dennoch bin ich für eine starke Bekämpfung.“ Für nicht gerechtfertigt hält er diese bei Kormoranen. Das sieht auch Maik Sommerhage so, Referent für Vogelschutz beim NABU-Landesverband. Würden Kormorane gewerbliche Fischerei beeinträchtigen, müsse man eingreifen. Ansonsten sei die Zahl der Tiere im Kreis stabil.

Probleme beispielsweise für die Eder sieht dagegen Günter Hoff-Schramm, Geschäftsführer des Verbands Hessischer Fischer. Durch die Kormorane seien viele seltene Fischarten bedroht.

Rubriklistenbild: © dpa

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