Geburtsstation Wolfhagen wurde 2014 geschlossen

Wegen Haftpflicht: Hebammen haben Zukunftssorgen

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Waldeck-Frankenberg. Die Suche nach einer geeigneten Hebamme gestaltet sich für werdende Eltern zunehmend schwieriger. Gerade im ländlichen Raum schließen Geburtstationen, weil sie unrentabel sind.

Auch im Landkreis Waldeck-Frankenberg ist das Problem bekannt. In Frankenberg, Korbach, Fritzlar und Volkmarsen gibt es noch Geburtshilfen. Die Geburtsstation in Wolfhagen wurde 2014 geschlossen. Es droht eine Unterversorgung.

Im Landkreis sind nach Angaben des Deutschen Hebammenverbands 35 Mitgliedshebammen beschäftigt. Dazu kommen noch freiberufliche Hebammen und solche, die nicht dem Verband angehören. „Immer mehr freiberufliche Hebammen können sich die hohen Haftpflichtprämien nicht mehr leisten“, sagt Sabine Peter, Hebamme aus Korbach und Kreisvorsitzende des Landesverbandes der hessischen Hebammen.

Große Sorgen bereitet den Hebammen auch, dass sich bislang für das nächste Jahr noch kein neuer Versicherer gefunden hat. „Zurzeit sind die Hebammen noch durch ein Konsortium versichert, diese Vereinbarung gilt aber nur noch bis Mitte nächsten Jahres“, sagt Peter.

Das Konsortium setzt sich aus der Nürnberger Versicherung, der R+V-Versicherung und der Versicherungskammer Bayern zusammen. „Die Nürnberger Versicherung steigt zum 1. Juli aus dem Konsortium aus. Diesen Part übernehmen wir dann mit“, sagt Stefan Liebl von der Versicherungskammer Bayern. „Unser Ziel ist es, dass die Hebammen auch weiterhin versichert sind. Dafür werden wir uns einsetzen.“

Der Deutsche Hebammenverband will das Problem der hohen Versicherungsprämien durch einen Haftpflichtfonds lösen, der für Schäden aufkommt, die über der Deckungssumme liegen. Eine Einigung mit den Versicherungen gibt es bislang nicht.

Ein Interview mit Hebamme Sabine Peter über die aktuellen Sorgen lesen Sie in der gedruckten Freitagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

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