Eltern bekamen Infos oft erst auf Nachfrage

Wegen des Sturms fiel in Waldeck-Frankenberg Unterricht an vielen Schulen aus - Kritik an Landkreis

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Wie zum Ferienbeginn: Die Schulbusse an der Edertalschule und der Ortenbergschule brachten die Schüler gestern wegen des Sturms schon nach der dritten Stunde nach Hause.

Waldeck-Frankenberg. Wegen erneuter Schneefälle und dem heranziehenden Sturmtief am Donnerstag hatten viele Schulen in Waldeck-Frankenberg entschieden, den Unterricht ausfallen zu lassen.

Die Entscheidung hatten der Kreis als Schulträger und das Staatliche Schulamt nach einer Absprache vom Mittwoch den Schulen überlassen. Das sorgte allerdings für einige Probleme, wie sich am Donnerstagmorgen zeigte.

Fällt die Schule aus? Muss ich mein Kind zum Unterricht bringen? Diese Fragen stellten sich am Mittwochabend und am Donnerstagmorgen fast alle Eltern von Schülern in Waldeck-Frankenberg. Für viele blieb diese Frage unbeantwortet.

Denn eine gebündelte Information mit einer Liste darüber, welche Schulen geschlossen bleiben, veröffentlichte weder der Landkreis noch das Schulamt auf ihren Internetseiten. Der Kreis verwies lediglich auf die Internetseiten hessischer Medien, deren Listen über Schulschließungen aber auch nicht vollständig sein konnten, da die Telefone in den Schulen oft besetzt waren. Neben Presseanfragen mussten die Schulen schließlich zahlreiche Anfragen von Eltern beantworten.

Der Landkreis hatte lediglich eine Empfehlung für die Schulen auf seiner Homepage, wegen des aufziehenden Sturms den Unterricht nach der dritten Stunde zu beenden. Ob und welche Schulen diesem Rat folgten, stand dort aber auch nicht.

„Was für ein Chaostag“, schrieb eine HNA-Leserin auf Facebook. „Eine frühe klare Anweisung für die Schulen hätte allen geholfen“, meinte sie.

Cornelia Schönbrodt, Leiterin der Frankenberger Ortenbergschule, sagte: „Eine zentrale Entscheidung des Schulamtes hätte es einfacher gemacht. Wie soll ich das als Schulleiterin entscheiden?“, sagte sie der HNA. „Wie viele Eltern angerufen haben, das war der Wahnsinn.“

Und was sagt der Landkreis dazu? „Grundsätzlich entscheiden die Schulen selbst, ob bei Wetterlagen der Unterricht stattfindet oder nicht. Der Landkreis kann hierzu in diesem Fall keine Anweisung aussprechen“, hieß es auf unsere Nachfrage.

Nach den aktuellen Erfahrungen habe sich der Kreis aber nun dazu entschlossen, bei ähnlichen Fällen künftig einen Service für Eltern und Schüler bereitzustellen: Schulen, die über einen Unterrichtsausfall entscheiden, werden gebeten, dies dem Kreis zeitnah mitzuteilen. Dann sollen die Infos gebündelt auf der Kreis-Homepage und auf Facebook veröffentlicht werden. „Das ist ein freiwilliger und zusätzlicher Service, für den keine Gewähr auf Vollständigkeit gegeben werden kann“, betont der Landkreis. Man sei auf die Information der Schulen angewiesen.

Informationen zu den Folgen des Sturmtiefs Friederike für die Region gibt es hier. Am Donnerstag hat er in Nordhessen und Südniedersachsen zahlreiche Schäden angerichtet

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