Öffentliche Mittel zweckentfremdet?

Windkraftgegner in Waldeck-Frankenberg erheben schwere Vorwürfe gegen Deutschen Wetterdienst

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Zankapfel: Windkraftgegner beklagen, dass das Wetterradar von Flechtdorf nach Jesberg ziehen soll. 

Waldeck-Frankenberg. Windveto Waldeck-Frankenberg sieht einen Skandal um das Wetterradar in Flechtdorf. Der Verdacht liege nahe, dass durch den Deutschen Wetterdienst (DWD) öffentliche Mittel zweckentfremdet würden.

So wolle der DWD Windkraftinvestoren neue Standorte ermöglichen. Das sagt Windveto Waldeck-Frankenberg, der Zusammenschluss windkraftkritischer Bürgerinitiativen aus dem Landkreis Waldeck-Frankenberg. Der DWD verteidigt den Umzug des Radars hingen als notwendig. Schon vor Jahren hatten sich ein Windkraftinvestor und der DWD geeinigt, dass der Radarturm in den Schwalm-Eder-Kreis versetzt wird. Das Unternehmen wollte die Kosten für den Umzug zahlen unter der Voraussetzung, dass neue Windräder bei Flechtdorf gebaut werden könnten.

Aus Sicht der Windkraftgegner ist der Umzug ein unnötiger Schritt. Der Radarturm sei erst 2014 grundlegend erneuert worden, „nennenswerte Neubauten“ von Windkraftanlagen seien bei Flechtdorf, einem Ortsteil der Gemeinde Diemelsee, nicht geplant, so Heinrich Hain, einer der Sprecher von Windveto.

Da der Umzug nun doch komme, liege „der Verdacht nahe, dass der Wetterdienst jetzt die Radaranlage in Flechtdorf auf Kosten des Steuerzahlers verlegt“. So sollten „die Vorhaben eines privaten Investors“ ermöglicht werden, lautet der Vorwurf.

Radarturm wurde 2014 erneuert

Dass der Radarturm 2014 erneuert wurde, bestätigt Uwe Kirsche, Sprecher des Deutschen Wetterdienstes. „Dies war erforderlich, da sonst zu dieser Zeit ein neues Radargerät nicht hätte installiert werden können.“ Zu dieser Zeit habe aber keine Veranlassung bestanden, den Turm aufgrund von Windkraftanlagen zu verlegen.

„Erst im September 2016 wurde die Thematik Windkraftanlagen und Radaranlagen in letzter Instanz vor dem Bundesverwaltungsgericht gegen den DWD entschieden“, so Kirsche. Damals hatte der DWD wegen einer möglichen Störung von Anlagen durch Windkraftanlagen geklagt und verloren.

Weitere Infos: Hier finden Sie ein pdf-Dokument, in dem der Deutsche Wetterdienst Hintergrundinformationen zum Thema "Wetterradar in Deutschland" liefert.

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