Kommunen wollen die Notunterkünfte für Flüchtlinge wieder loswerden

Wohncontainer in Waldeck-Frankenberg: Mehr als die Hälfte weiterverkauft

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Wohncontainer für Flüchtlinge:  Das sind zwei der gebrauchten Mobile-Homes aus Litauen. Diese standen im Gewerbegebiet in Bottendorf. Die Gemeinde Burgwald hat sie weiterverkauft. 

Waldeck-Frankenberg.  Etwa die Hälfte der gebrauchten Wohncontainer aus Litauen, die Kommunen im Kreis für die Unterbringung von Flüchtlingen angeschafft hatten, ist mittlerweile weiterverkauft worden. 

Als Notlösung sind sie angeschafft worden, um den vielen Flüchtlingen Ende 2015 eine Unterkunft bieten zu können: die 86 gebrauchten Wohncontainer aus Litauen. Tatsächlich in Betrieb genommen wurden nur zehn. Mittlerweile sind über die Hälfte der Mobil-Heime weiterverkauft, erfuhr unsere Zeitung auf Anfrage bei den 17 Kommunen im Kreis, die solche fahrbaren Häuser erworben hatten.

Insbesondere die hohen Kosten für den Anschluss der Container an Wasser, Strom und Gas hatte viele Städte und Gemeinden davon abgehalten, sie in Betrieb zu nehmen. Sie behielten die Mobil-Heime aber als Wohnraum-Reserve. Angesichts der rückläufigen Flüchtlingszahlen sei das nun nicht mehr nötig, heißt es.

Die Gemeinde Haina verkaufte zum Beispiel im Sommer ihre fünf Wohncontainer an einen Campingplatz-Betreiber bei Gießen. Selbst die für die Flüchtlinge angemieteten Wohnungen sind in Haina nicht mehr alle belegt.

„Wir sind froh, dass wir die Container nun los sind“, sagt Hainas Bürgermeister Rudolf Backhaus und räumt ein, dass der Verkaufserlös keinesfalls dem Einkaufspreis entspreche. Der lag damals im Durchschnitt bei 15 000 Euro pro Container – Größe und Qualität und damit der Einzelpreis variierten aber sehr (siehe Hintergrund).

Den Verkaufspreis nennen die meisten Bürgermeister nicht. Schließlich hatte, wie berichtet, der Bund der Steuerzahler die Anschaffung der Mobil-Heime als „übereifrig und nicht durchdacht“, kritisiert. Waldecks Bürgermeister Jörg Feldmann ist jedoch ganz offen: Er hat einen von sechs Containern veräußert – für 500 Euro.

Diemelstadt hatte im April 4000 Euro für zwei Container erhalten. Aus Korbach heißt es verhalten: Um Kosten für die Lagerung der Mobilheime zu vermeiden, seien sie nun „nach Mittelhessen abgegeben“ worden. 

Was die einzelnen Kommunen mit den Wohncontainern gemacht haben und warum sich der 27-jährige Omar Berdi aus dem Irak in solch einem Mobilheim wohlfühlt, lesen Sie in der gedruckten Dienstagausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine

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