Zahl der Azubis sinkt im Landkreis

Immer weniger junge Leute wollen Friseur werden

Waldeck-Frankenberg. Die Zeiten, da der Friseurberuf einer der am stärksten nachgefragten Berufe war, sind vorbei.

Das Handwerk mit Kamm, Schere und Föhn ist nur noch für sehr wenige junge Menschen der Traumberuf.

1999 gab es kreisweit noch 40 neue Auszubildende im Friseurhandwerk, wobei ein Drittel der Ausbildungsplätze überbetrieblich durch die Arbeitsagentur geschaffen worden waren. In diesem Jahr verzeichnet die Kreishandwerkerschaft nur noch zwölf neue Auszubildende.

Hauptgeschäftsführer Gerhard Brühl erklärt: „Im gesamten Bezirk der Handwerkskammer Kassel hat sich die Zahl der Ausbildungsplätze halbiert.“ Und Betriebe, die noch ausbilden wollen, finden oftmals keine Bewerber: Hessenweit gibt es nach Angaben des Bildungszentrums Kassel mehr als 9000 offene Ausbildungsstellen im Friseurhandwerk. „Die Bewerberzahlen sind stark zurückgegangen“, bestätigt Brühl für Waldeck-Frankenberg. Belastbare Zahlen gebe es jedoch nicht, weil dies statistisch nicht erfasst werde. 

Eine Ursache für den Bewerbermangel sieht Brühl in der generell rückläufigen Zahl der Schulabgänger. Viele Schüler entscheiden sich nach der zehnten Klasse auch für eine weiterführende Schule. „Sie fallen so für eine Ausbildung weg. Das betrifft alle Berufe im dualen System“, erklärt der Hauptgeschäftsführer. 

Grundsätzlich sei die Ausbildungsbereitschaft der Friseurbetriebe zurückgegangen, „weil sie unter einem hohen Kostendruck stehen, unter anderem durch die unfaire Konkurrenz durch Mikrobetriebe, sogenannte Ein-Personen-Kleinunternehmen“, macht Brühl deutlich. Außerdem gehen die Umsätze zurück: „Obwohl gesellschaftlich Schönheit Konjunktur hat, sind viele Kunden nicht mehr bereit, ihr Geld in den Friseursalon zu bringen, oder reduzieren die Besuchsfrequenz.“

(Von Lutz Benseler)

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Rubriklistenbild: © dpa

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