5500 Menschen mehr als noch im Jahr 2000 arbeiten auswärts

Zahl der Berufspendler steigt in Waldeck-Frankenberg sehr stark an

Pendelt jeden Tag in den Schwalm-Eder-Kreis: Stefan Faißt aus Mengeringhausen. Jeden Tag fährt er gut 120 Kilometer zur Arbeit und zurück, allerdings nicht mit seinem Manta. Mit dem ist er an den Wochenenden unterwegs. Foto:  Renner

Waldeck-Frankenberg. Im Landkreis pendeln wesentlich mehr Menschen zum Arbeitsplatz als noch zur Jahrtausendwende.

59,7 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Kreis haben einer Studie zufolge 2015 außerhalb ihrer Wohngemeinde gearbeitet, während es 2000 noch 55,1 Prozent waren – also 36 190 statt 30 690 Menschen.

Besonders ausgeprägt ist dies in Frankenau, Twistetal und Rosenthal: Fast 90 Prozent der Beschäftigten verlassen die Kommunen zum Arbeiten. Auch in anderen dörflichen Gemeinden pendeln oft mehr als sieben von zehn Einwohnern. In den Mittelzentren Bad Arolsen, Bad Wildungen und Korbach haben die meisten Menschen einen Job in der Großgemeinde – nur 33 Prozent der Kreisstädter arbeiten auswärts. Frankenberg liegt hingegen mit 57,6 Prozent Auspendlern nahe am Kreisschnitt. Meist in der Heimatgemeinde bleiben die Willinger, nur 42,7 Prozent arbeiten auswärts – mit einem Rückgang von knapp vier Prozentpunkten geht die Uplandgemeinde als einzige Kommune im Kreis gegen den Trend.

Die meisten Pendler im Kreis ziehen Korbach (7840), Frankenberg (4270), Bad Wildungen (4120), Allendorf (3750) und Bad Arolsen (3730). Die kürzesten Distanzen zur Arbeit legen Korbacher, Allendorfer und Willinger mit durchschnittlich weniger als 14 Kilometern zurück, während die Rosenthaler im Schnitt 22 bis 26 Kilometer zurücklegen müssen.

Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung, der Auftraggeber der Studie, nennt als Grund, dass Arbeit immer flexibler und spezialisierter wird und nicht jeder im Wohnort einen Qualifikation und Wünschen entsprechenden Arbeitsplatz findet.

Seit 2008 hat sich die Entwicklung derweil verlangsamt, stagniert teils: Speziell junge Beschäftigte ziehen in Städte, in denen sie auch arbeiten. Die gute Konjunktur führe zudem dazu, dass mehr Menschen einen Job daheim finden. (wf)

Über die praktischen Erfahrungen eines Pendlers berichten wir in der gedruckten Mittwochsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine. Stefan Faißt aus Bad Arolsen-Mengeringhausen fährt nach Felsberg im Schwalm-Eder-Kreis zur Arbeit, hin und zurück sind das gut 120 Kilometer.

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