Illegale Waffen im Auto

Elektroschocker und Schlagringe gekauft – Geldstrafen und Sozialstunden

Frankenberger Land.  Weil sie illegale Waffen und Feuerwerkskörper von Tschechien mit nach Deutschland gebracht haben, sind drei junge Männer aus dem Frankenberger Land jetzt vom Amtsgericht Frankenberg zu Geldstrafen verurteilt worden.

Ein weiterer junger Mann muss 70 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Das Verfahren gegen die mittlerweile 17- bis 21- Jährigen wurde vorläufig eingestellt.

Ihnen wurde vorgeworfen, am 29. Dezember 2016 in einem Pkw Waffen und illegale Feuerwerkskörper von Tschechien nach Deutschland transportiert zu haben. Zu den Waffen zählten: als Taschenlampen getarnte Elektroschocker, Schlagringe sowie Butterflymesser. Diese führten die Angeklagten ohne Erlaubnis mit sich.

Auf Nachfrage des Richters gaben sie an, die Waffen zur Dekoration gekauft zu haben. Außerdem seien sie sehr günstig gewesen. Die Feuerwerkskörper hätten sie für Silvester gekauft. Nachgedacht über eventuelle Konsequenzen ihres Handelns habe keiner der vier. Die Staatsanwältin verwies darauf, dass die sichergestellten Feuerwerkskörper in Deutschland illegal seien. Durch eine größere Sprengkraft und einen kurzen Docht gehe von ihnen eine besondere Gefahr aus.

Richter und Staatsanwaltschaft waren sich einig im Unverständnis und der Ungläubigkeit gegenüber dem Vorhaben, die Waffen als Dekorationen zu verwenden. Die jungen Männer blieben jedoch bei ihrer Aussage: Sie hätten die Waffen ohne triftigen Anlass gekauft. Lediglich der Besitz solcher Gegenstände habe genügend Reiz ausgeübt, um sie zu erwerben.

Andre Wegener von der Jugendgerichtshilfe stufte die drei volljährigen Angeklagten als ausreichend verantwortungsreif ein, um für sie das allgemeine Strafrecht anzuwenden. Im Fall des minderjährigen Angeklagten empfahl Wegener Sozialstunden zu verhängen.

Den drei volljährigen Männern wurden Geldstrafen in Höhe von 1400 bis 1800 Euro auferlegt, während der 17-Jährige 70 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten muss. Im Anschluss begründete Richter Sebastian Ferner das Urteil damit, dass er die Tat für einen „Dumme-Jungen-Streich“ halte. Er betonte aber auch, dass die gekauften Waffen häufig zu einer ernsten Gefahr werden und Unheil anrichten könnten.

Von Johanna Hering

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.