Mehr Rettungsfahrzeuge

Kreis will ärztliche Notfall-Versorgung verbessern

Jens Deutschendorf

Waldeck-Frankenberg. Weil die Zahl der Rettungseinsätze in Waldeck-Frankenberg von Jahr zu Jahr steigt, wird der Kreis mit Beginn des kommenden Jahres drei neue Einsatzfahrzeuge einsetzen.

Diese HNA-Information bestätigte am Freitag der Erste Kreisbeigeordnete Jens Deutschendorf.

Er wies darauf hin, dass es nur mit mehr Fahrzeugen möglich sei, die Hilfsfristen einzuhalten. „In 90 Prozent der Fälle sind die Rettungsfahrzeuge in zehn Minuten am Einsatzort, in 95 Prozent der Fälle nach 15 Minuten. Das soll auch in Zukunft so sein“, sagt Deutschendorf. Auch so genannte Duplizitätsfälle sollen mit mehr Fahrzeugen verhindert werden. Deutschendorf: „Solche Fälle treten dann auf, wenn ein Fahrzeug unterwegs ist, es aber einen weiteren Notruf im gleichen Gebiet gibt. Dann kommt natürlich auch ein Rettungswagen. Dieser wird aber von einer anderen Rettungswache angefordert, die weiter entfernt liegt. Mit mehr Rettungsfahrzeugen ist es möglich, Rettungswachen doppelt zu besetzen.“

Dass im Kreis drei zusätzliche Rettungsfahrzeuge eingesetzt werden sollen, freut auch den Vorsitzenden des VdK-Ortsverbandes in Rosenthal, Dieter Wegener - wenngleich dieser eine Absage vom Kreis für die Einrichtung einer Rettungswache in Rosenthal erhalten hat. Wegener führte in dieser Woche zusammen mit Rosenthals Bürgermeister Hans Waßmuth ein Gespräch mit Deutschendorf. Dabei ging es auch um den Anstieg der Rettungseinsätze. Der VdK-Vorsitzende hatte erneut eine Rettungswache in Rosenthal gefordert (HNA berichtete), damit die Hilfsfrist angesichts der steigenden Zahl der Einsätze in Rosenthal nicht länger wird.

„Wir haben in diesem Jahr eine Steigerung um fast 40 Prozent auf 70 Einsätze. Letztes Jahr waren es nur 40 Einsätze. Und die Einhaltung Hilfsfrist liegt bei uns nicht bei 90 oder 95 Prozent, sondern darunter“, sagt Wegener, der davon ausgeht, dass die Steigerung der Einsätze mit der Reform des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes zu tun hat. „Da für die Menschen die Wege zum Arzt deutlich länger geworden sind, rufen sie lieber gleich den Rettungsdienst und nicht bei der 116 117 an“, sagt Wegener.

Das will Deutschendorf so nicht stehen lassen. „Ob die gestiegenen Einsätze mit der Reform des Bereitschaftsdienstes zu tun haben, wird derzeit beobachtet. Dazu lässt sich noch nichts sagen“, so der Erste Kreisbeigeordnete, der auch den demografischen Wandel als Grund für den Anstieg nennt. „Je mehr ältere Menschen es gibt, desto mehr Notrufe kommen rein.“

Deutschendorf macht zwar deutlich, dass eine Rettungswache in Rosenthal bei dortigen 70 Einsätzen pro Jahr und Kosten von 500 000 Euro nicht verhältnismäßig sei und daher auch nicht umgesetzt werden könne. Von den zusätzlichen drei Rettungsfahrzeugen im Kreis werde aber auch Rosenthal profitieren.

Von Philipp Daum

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