Kreiserntedankfest: Jubel für Bändertanz, Appell an Politik

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Abschlusszeremonie beim Kreiserntedankfest in Basdorf: Heinrich Heidel (Mitte), Vorsitzender des Kreisbauernverbandes, übernahm die Erntekrone von Florian Göbeler und Jacqueline Sach aus Basdorf (rechts) und übergab sie an Nadine Lerch und Sven Noll aus Rosenthal (links).

Basdorf. Niedrige Agrarpreise sowie Kriege und Hunger auf der Welt prägten die Stimmung beim traditionellen Kreiserntedankfest der landwirtschaftlichen Organisationen im Frankenberger Land. Die Basdorfer Landjugend war am Samstagabend Ausrichter im Dorfgemeinschaftshaus des Vöhler Ortsteils.

Großer Jubel im vollbesetzten Saal: Auf Anhieb schafften die jungen Basdorfer Volkstänzer den mit Spannung erwarteten Bändertanz rund um die Erntekrone. Konzentriert und gekonnt entflechteten sie tänzerisch die rot-weißen Bänder. „Ich bin stolz auf euch“, sagte der Vorsitzende Florian Göbeler, der gemeinsam mit der Vorsitzenden Jacqueline Sach durch das dreistündige Programm führte.

Das Kreiserntedankfest begann mit einer Andacht von Pfarrer Werner Hohmeister. „Gott dein guter Segen“ sangen die Kindergottesdienstkinder und Konfirmanden, die vorher viele Erntefrüchte zum Altar brachten. Der Pfarrer erinnerte an die Menschen, die weiter in Krisengebieten leben. Für sie und die eigene Kirchengemeinde war die Kollekte bestimmt. Die Schriftlesung übernahm Andrea Röhle. Die Fürbittengebete las Pascal Röhle von der Landjugend im Wechsel mit Pfarrer Hohmeister.

Nach der Andacht tanzten 21 Mädchen und Jungen der Basdorfer Kindertanzgruppe „Oh Susanna“. Unter den Gästen waren neben Vertretern des Kreisbauernverbandes, der Landfrauen und Landsenioren auch Landtagsabgeordnete und Kommunalpolitiker. Ihre Grußworte wechselten sich ab mit Tänzen der Landjugendgruppen aus Haubern, Rosenthal, Geismar und Laisa.

Der Erste Kreisbeigeordnete und Landwirtschaftsdezernent Jens Deutschendorf lobte die Leistungen der Landwirte, für ausreichend Nahrung und eine abwechslungsreiche Landschaft zu sorgen. Der Erste Beigeordnete der Gemeinde Vöhl, Heinrich Klein, freute sich über eine entspannte Getreideernte bei gutem Wetter.

Kreislandwirt Fritz Schäfer verwies auf die aufgrund der Trockenheit geringeren Grünlanderträge. Alle Zweige der Landwirtschaft seien aktuell von Dumpingpreisen des Lebensmitteleinzelhandels betroffen. Aus diesem Grund hätten auch Waldeck-Frankenberger Landwirte vor wenigen Tagen bei der Agrarministerkonferenz in Fulda demonstriert.

Hermann Büchsenschütz-Göbeler überbrachte die Grüße des Basdorfer Ortsbeirates. Der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Frankenberg, Heinrich Heidel, richtete den Blick auf die Europäische Union. Die sei nicht nur bei der Bewältigung des Flüchtlingsstromes, sondern auch in der Agrarpolitik gefordert. „Lebensmittel müssen wieder eine andere Wertschätzung erfahren.“

Heidel übergab die Erntekrone an Nadine Lerch und Sven Noll von der Rosenthaler Landjugend, die im nächsten Jahr das Kreiserntedankfest ausrichten wird. (sr)

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