Kreiskrankenhaus investiert in geriatrische Abteilung

Intensiv hat sich das Team der geriatrischen Abteilung auf den Start des Stationsbetriebs am 2. November vorbereitet: Im Bild (von links) Pflegedienstleiter Andreas Nerowski, die Gesundheits- und Krankenpflegerin Alexandra Herkommer, die sich zur Pflegeexpertin Geriatrie weitergebildet hat, der pflegerische Leiter der Station, Thomas Wickert, und die stellvertretende Pflegedienstleiterin Karin Felski. Foto: nh

Frankenberg. Am Kreiskrankenhaus eröffnet die geriatrische Abteilung mit 26 Betten, für die 1,4 Millionen Euro investiert wurden.

In Waldeck-Frankenberg leben immer mehr alte Menschen. Und im höheren Alter nimmt auch der Bedarf an medizinischer Versorgung zu. Die Kreisklinik hat auf diese Entwicklung reagiert und für rund 1,4 Millionen Euro eine geriatrische Abteilung eingerichtet.

Die in Kooperation mit dem Diakonie-Krankenhaus Wehrda betriebene Station ist für 26 Patienten ausgelegt und wird von Chefarzt Dr. Jörg Schwab geleitet.

Die Geriatrie ist ein speziell auf die Bedürfnisse und Erkrankungen älterer Menschen ausgerichtetes Fachgebiet. Ältere Menschen werden durch akute Erkrankungen häufig in ihrer Alltagskompetenz eingeschränkt, weil mehrere Organe nicht mehr so leistungsfähig sind.

„Der Ansatz in der Geriatrie ist die ganzheitliche Betrachtung des Menschen“, erklärt Dr. Schwab. „Geriater sind nicht Spezialisten für Organsysteme, sondern mehr Allgemeinärzte für Senioren.“

Ziel der geriatrischen Behandlung sind neben der Therapie einer Erkrankung, Kompetenzen für den Alltag wieder zu erlangen, größtmögliche Selbständigkeit im täglichen Leben und die Teilhabe an Angeboten der Gesellschaft, kurz: Lebensqualität.

Um dies zu erreichen, wird nach Angaben der Klinik in der Geriatrie ein ganzheitlicher Behandlungsansatz verfolgt, der körperliche, seelische und soziale Belange berücksichtigt.

Aus diesem Grund ist das Team der Geriatrie interdisziplinär aufgestellt. Es besteht aus Geriatrie-Ärzten, speziell geschulten Pflegekräften, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden und Sozialarbeitern.

Es soll sich finanziell lohnen 

Patienten wie Angehörige wünschen sich eine wohnortnahe, professionelle Versorgung. „Diese Nachfrage können wir mit unserer geriatrischen Abteilung nun bedienen“, sagt Geschäftsführer Ralf Schulz, der direkt am 2. November mit der Belegung der ersten Betten rechnet.

Das neue Angebot soll aber auch helfen, dass das Kreiskrankenhaus finanziell besser dasteht. „Die Geriatrie ist ein wesentlicher Baustein in unserem Sanierungskonzept.“

Tag der offenen Tür 

Vor dem Start des Stationsbetriebs gibt es Gelegenheit, sich über Diagnostik und Therapie zu informieren, das Team kennenzulernen und sich einen Eindruck von der neuen Abteilung zu verschaffen: am Samstag, 31. Oktober, von 11 bis 15 Uhr.

Das Programm:

• Zum Thema „Geriatrie heute“ referiert Chefarzt Dr. Jörg Schwab zwei Mal - um 11.30 Uhr und 14 Uhr. Er gibt Tipps, wie im Alter die Fitness bewahrt bleiben kann.

• Allgemeine Fragen beantwortet er während der Führungen, die vom pflegerischen Leiter der Station Thomas Wickert angeboten werden.

• Es gibt Mitmachangebote, unter anderem einen Bodycheck, bei dem Blutzucker, Blutdruck, Puls und Sauerstoffsättigung gemessen werden.

• Außerdem: Wie fühlt man sich als 85-Jähriger? Am eigenen Leib ist dies bei einer Alterssimulation zu erfahren.

• Zudem werden eine Ernährungsberatung durch Ernährungstherapeuten und Logopäden sowie Hilfsmitteldemonstrationen angeboten.

• Bei einem Gefäß-Ultraschall wird auf die Suche nach Gefäßverkalkungen gegangen.

Es gibt Essen und Getränke. (nh/srs)

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