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Kriminalstatistik Waldeck-Frankenberg: Noch nie höhere Aufklärungsquote

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Von: Julia Janzen

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Mehr Fälle von häuslicher Gewalt: Insgesamt wurden 219 Fälle registriert, ein Plus von 56 Taten im Vergleich zum Vorjahr. archiv
Mehr Fälle von häuslicher Gewalt: Insgesamt wurden 219 Fälle registriert, ein Plus von 56 Taten im Vergleich zum Vorjahr. © dpa

Die Zahl der Straftaten im Landkreis ist 2021 leicht gestiegen um 249 Fälle auf 5466 Taten. Gestiegen ist auch die Aufklärungsquote: Mit 71,3 Prozent war sie hoch wie nie in Waldeck-Frankenberg. Die Quote ist zudem die höchste in Nordhessen.

Waldeck-Frankenberg - Trotz eines leichten Anstiegs bei den Taten sei die Gesamtzahl der Fälle noch immer eine der niedrigsten der letzten Jahre. Dennoch vermerkt die Statistik in manchen Bereiche deutliche Steigerungen.

Tötungsdelikte: 15 Ermittlungsverfahren gab es vergangenes Jahr. Sechs dieser Taten fielen noch in das Vorjahr, sie wurden aber im vergangenen Jahr aufgeklärt. In drei Fällen ging es um vollendete Tötungen: Ein getöteter Patient in einer Einrichtung in Haina; eine erstochene 32-Jährige in Bad Arolsen und eine Tote nach einem Verkehrsunfall bei Frankenberg.

Vier Mal wurde zudem wegen fahrlässiger und acht Mal wegen versuchter Tötung ermittelt. Insgesamt machten Straftaten gegen das Leben knapp 0,3 Prozent der Gesamtfälle aus.

Sexualstraftaten: Die Zahl der Fälle steigt jährlich, 2021 wurden 191 Fälle registriert (plus 16 im Vergleich zu 2020). Vergewaltigungen nahmen ab auf insgesamt 18 Fälle (minus drei), eine Steigerung um 53 Fälle gab es bei sexuellem Missbrauch. Auch beim Verbreiten pornografischer Schriften gab es eine Zunahme. 92 Fälle gab es (65 im Vorjahr).

Der Anstieg der Zahlen sei auch auf Fälle zurückzuführen, in denen aus freien Stücken sexualisierte Fotos verschickt wurden. Sind diejenigen, die die Bilder verschicken, unter 21, gelte das als Kinderpornografie. Auch gibt es eine „intensivierte Kontrolltätigkeit“ im Bereich der Kinderpornografie in Waldeck-Frankenberg.

Häusliche Gewalt: Im Jahr 2020 waren die Zahlen noch gesunken, vergangenes Jahr dann das Plus: 219 Fälle wurden gemeldet und damit 56 mehr. Das sei auch auf ein geändertes Anzeigeverhalten und eine Enttabuisierung zurückzuführen. Dennoch müsse man von einem „erheblichen Dunkelfeld“ ausgehen.

Rohheitsdelikte: Neben Körperverletzung und Raub fallen auch Taten gegen die persönliche Freiheit in diesen Bereich. 2021 gab es ein Plus von 69 Taten, insgesamt wurden 907 Fälle gezählt. Allein bei den Körperverletzungen wurden 616 Taten gezählt (2020: 593).

Betrug: Mehr Fälle gab es bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten (plus 127 Fälle, gesamt: 1031). Am häufigsten geht es dabei um Betrug (764 Fälle nach 687 Fällen im Jahr zuvor. 261 dieser Betrügereien fanden über das Internet statt. Insgesamt ist die Internetkriminalität auch 2021 wieder gestiegen. Bei insgesamt 479 Straftaten wurde das Internet genutzt.

Gewalt gegen Polizisten: 42 Fälle von Gewalt gegen Vollstreckungsbeamte gab es vergangenes Jahr, 31 waren es 2020. Bei 21 dieser Taten gab es Angriffe auf Polizisten. Insgesamt sei eine Abnahme von Respekt festzustellen. Angriffe auf Rettungskräfte gab es 2021 nicht, im Jahr zuvor waren es zwei.

Eine personelle Änderung bei der Polizeidirektion gibt es ab 1. März: Dann wird Tino Hentrich neuer Leiter der Polizei in Waldeck-Frankenberg. Der 44-Jährige löst dann Achim Kaiser ab, der die Direktion seit 2014 leitete. (jj)

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