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Kritik an Corona-Maßnahmen: „Spaziergänger“ marschieren durch Korbach, Frankenberg und Bad Wildungen

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Von: Philipp Daum, Matthias Schuldt, Lutz Benseler

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Der „Spaziergang“ in Korbach dauerte etwa eine Stunde und führte vom Bürgerhaus durch die Professor-Bier-Straße, die Fußgängerzone und den Stadtpark zurück zum Bürgerhaus.
Der „Spaziergang“ in Korbach dauerte etwa eine Stunde und führte vom Bürgerhaus durch die Professor-Bier-Straße, die Fußgängerzone und den Stadtpark zurück zum Bürgerhaus. © Lutz Benseler

In mehreren Orten in Waldeck-Frankenberg haben sich am Montagabend wieder Hunderte Menschen, die den Corona-Maßnahmen kritisch gegenüberstehen, zu sogenannten Spaziergängen getroffen.

Die Waldeckische Landeszeitung und die HNA Frankenberger Allgemeine waren mit Redakteuren bei den „Spaziergängen“ in Waldeck-Frankenberg, um darüber zu berichten. Zugleich blicken wir auf den Telegram-Kanal „Freiheitsboten Korbach“. Dort mobilisieren die Impfkritiker für ihre Montags-“Spaziergänge“. Dabei verbreiten sie auch Verschwörungstheorien bis hin zur Leugnung des Holocausts.

Größere Märsche gab es am Montag in Waldeck-Frankenberg in Korbach mit 230 und in Frankenberg mit 250 Teilnehmern. In Bad Wildungen waren laut Polizei rund 100 Personen bei dem „Spaziergang“ dabei, in Volkmarsen 40. Damit lag die Gesamtzahl im Landkreis am Montag bei 620 „Spaziergängern“.

Alle Veranstaltungen und Versammlungen liefen nach Angaben der Polizei weitestgehend störungsfrei ab. Die Vorschriften der Coronaschutzverordnung seien eingehalten und mündlich erteilte Auflagen zu Mindestabständen sowie dem Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung größtenteils beachtet worden.

Auch in anderen Regionen in Nordhessen gab es am Montag solche Spaziergänge. In Kassel trafen „Friedenslichterspaziergänger“ und Teilnehmer einer spontanen Gegen-Demo aufeinander. Der als Versammlung eingestufte Spaziergang mit 500 Personen wurde von der Polizei aufgelöst. Grund waren – trotz mehrfacher Aufforderung der Polizei – Verstöße gegen das Tragen von Masken und die Abstandsregeln. 

In Korbach trafen sich die Kritiker der Corona-Maßnahmen, die fast alle keinen Mund-Nasen-Schutz trugen, am Bürgerhaus und standen – wie unser Redakteur beobachtete – erst dicht beieinander. Als sich die Teilnehmer in Bewegung setzten, hielten sie die Abstandsregeln meist ein. Der „Spaziergang“ dauerte etwa eine Stunde und führte vom Bürgerhaus durch die Professor-Bier-Straße, die Fußgängerzone und den Stadtpark zurück zum Bürgerhaus.

In Frankenberg zogen die „Spaziergänger“ vom Obermarkt durch die Innenstadt. Der Marsch dauerte auch dort etwa eine Stunde. Die Polizei begleitete die Teilnehmer zu Fuß und mit Fahrzeugen. Sie wies mit Lautsprecherdurchsagen darauf hin, Masken zu tragen und Abstände einzuhalten, was von vielen Teilnehmern nach den Beobachtungen unseres Redakteurs aber ignoriert wurde.

In Bad Wildungen setzte sich der einstündige „Spaziergang“ mit rund 100 Personen, die überwiegend keine Maske trugen, aber weitgehend die Abstandsregeln beachteten, zügig in Bewegung. Er führte vom Rathausbrunnen über die Brunnenstraße/Brunnenallee zum Krankenhaus und zurück.

Das sagt Landrat van der Horst

„Das Recht auf freie Meinungsäußerung ist ein Grundpfeiler unserer Demokratie und muss geschützt werden“, sagte Landrat Jürgen van der Horst, den unsere Zeitung um eine Einschätzung zu den „Spaziergängen“ bat. Jeder Versuch, dieses Grundrecht zu instrumentalisieren, indem man es gegen den Staat und seine Vertreter wende, sei zu verurteilen.

„Aber gerade dies ist das offensichtliche Ziel der Initiatoren der vorgeblichen Schweigemärsche. In nordhessenweit koordiniert verbreiteten Aufrufen zu den Montagsspaziergängen hetzen die Initiatoren gezielt gegen den Staat und seine Vertreter“, so van der Horst. Er sei der festen Überzeugung, dass viele Bürgerinnen und Bürger, die montags durch die Städte des Landkreises marschierten, dies in lauterer Absicht tun würden. „Aber sie sollten sich auch klar darüber sein, dass sie instrumentalisiert und ausgenutzt werden“, sagte der Landrat.

Eindrücke aus drei Städten des Landkreises

Das erlebten unsere Redakteure bei den „Spaziergängen“ am Montag in Korbach, Bad Wildungen und Frankenberg.

Korbach

Es ist eine bunt gemischte Truppe, die da vom Korbacher Bürgerhaus aus loszieht: Familien mit Kind und Hund, Seniorinnen und Senioren, zwei junge Männer haben Flaschenbier mitgebracht, ein Pärchen mittleren Alters hält lächelnd Händchen. Ohne Parolen zu rufen oder Schilder in die Höhe zu halten, spazieren sie rund eine Stunde durch Korbach.

„Weil ich mit den vielen Einschränkungen nicht so unbedingt einverstanden bin“, erklärt ein Teilnehmer, warum er mitgeht. Eine Frau sagt, sie sei gegen die Maskenpflicht für Kinder und gegen eine Impfpflicht: „Es kann sich ja impfen lassen wer will, aber ich halte nichts von dieser Impfung.“ Die inhaltsstoffe des Biontech-Impfstoffes seien nicht zur Anwendung am Menschen geeignet. „Das kann man im Internet nachlesen.“

Eine bekannt Behauptung, die seit Dezember im Netz kursiert. Beweis dafür soll ein Vermerk auf der Webseite einer Herstellerfirma in den USA sein. Doch die Firma hat gar nichts mit der Impfstoffproduktion zu tun. Die beiden Bestandteile sind außerdem nicht gefährlich für den Menschen.

Die Presse ist offensichtlich nicht erwünscht: Eine Familie beim „Spaziergang“ gegen Corona-Maßnahmen am Montagabend in der Korbacher Fußgängerzone.
Die Presse ist offensichtlich nicht erwünscht: Eine Familie beim „Spaziergang“ gegen Corona-Maßnahmen am Montagabend in der Korbacher Fußgängerzone. © Lutz Benseler

Er sei über die Spaltung besorgt, sagt ein Mann: „Der Riss geht komplett durch die Gesellschaft, durch die Familien, auch in meiner Familie gibt es Geimpfte und Ungeimpfte – und manchmal gibt es zwischen uns kein Gespräch mehr.“ Den Corona-Impfungen stehe er kritisch gegenüber, sagt er und nennt als Kronzeugen Robert Malone, der in den 1980ern die Basis für die Entwicklung der mRNA-Impfstoffe gelegt hatte und Ende September über Twitter einen Text verbreitete, in dem Covid-19 als Teil einer Verschwörung globaler Eliten bezeichnet und behauptet wird, Impfstoffe machten das Virus tödlicher.

Das bundesweite rechte Parteien die Spaziergänge unterstützen, erklärt er so: „Wenn man eine Bewegung organisiert, hat man immer Trittbrettfahrer, die ihr eigenes Süppchen kochen wollen.“ Zudem gebe es bewusst eingesetzte Provokateure.

Andere wollen nicht mit der Presse sprechen: „Lassen sie uns bitte in Ruhe“, sagt ein Mann. „Wir wollen uns nicht mit der Mainstream-Presse unterhalten“, erklärt ein anderer. „Nur mit der freien Presse“, ergänzt seine Frau. Zu der gehört aus Sicht des Paars die „Epoch Times“. Die deutsche Ausgabe der Online-Zeitung wird von Medienanalysten wegen ihrer positiven Berichterstattung über rechtspopulistische Gruppen wie die AfD und Pegida kritisiert. Zuletzt veröffentlicht das Medium immer wieder Meldungen, die Covid-Impfungen gezielt in Frage stellen.

„Durch das Impfen werden mehr und mehr Leute regelrecht umgebracht“, sagt ein älterer Mann. Es gebe über 2000 offiziell gemeldete Tote, das könne man im Internet nachlesen. Die meisten wüssten gar nicht, was der wirkliche Hintergrund der Pandemie sei: Eine geheime Elite plane schon seit vielen Jahren die neue Weltordnung, die große Krise sei ein Mittel dazu. „Wissen sie, dass die Juden 1933 Deutschland den Heiligen Krieg erklärt haben?“ Ziel sei gewesen, dass Land wirtschaftlich und finanziell zu zerstören. Hitler habe den Krieg nie gewollt.

Bad Wildungen

„Der Staat ist keine Nanny“, sagt ein geimpfter Teilnehmer am „Spaziergang“ in Bad Wildungen. Sein ungeimpfter Freund setzt auf Sport und sein Immunsystem. Beide Männer lehnen moralischen Impfdruck durch überzogene, widersprüchliche Coronavorgaben ab und erst recht eine Impfpflicht. „Wenn doppelt Geimpfte Tests brauchen, Geboosterte aber nicht, will die Politik Druck aufbauen“, sagt ein Dritter.

Er selbst ist geimpft, geboostert, wird sich nicht nochmals impfen lassen, macht aber auch klar: „Höre ich auf dem Spaziergang Sprechchöre zu Bill Gates oder dass Corona nicht existiere, bin ich weg.“ Die Männer verlangen, dass der Staat dem Einzelnen im Alltag – vom Maskentragen bis zum Abstand – überlässt, wie man sich schützt oder nicht, welches Maß an Risiko man akzeptiert. „Von Geburt an ist das Leben lebensgefährlich“, sagt der Sportler.

Kritik an Corona-Maßnahmen: Rund 100 Menschen nahmen am „Spaziergang“ durch die Wildunger Altstadt teil.
Kritik an Corona-Maßnahmen: Rund 100 Menschen nahmen am „Spaziergang“ durch die Wildunger Altstadt teil. © Rainer Rüsch

„Zum ersten Mal bin ich mit meiner Ausbildung und langen Berufserfahrung arbeitslos“, erzählt sein Freund: Folge der Corona-Einbrüche in der Hotellerie. Die Männer teilen die Sorge ums Gesundheitssystem und seine Beschäftigten, aber: „Warum bekämpft die Politik nicht die Ursachen die schon vor der Pandemie bekannt waren?“, fragt einer: privatisierte, dem Gewinn verpflichtete Krankenhäuser und das Fallpauschalensystem, das Lauterbach einst mit einführte.

Politik und Staat sollten ihre Hausaufgaben machen, statt zu bevormunden, sagen die drei Männer. Ihr Vertrauen sei erschüttert. Aber sie wollen kein autoritäres Regierungssystem als Alternative, sondern die Rückkehr zu einem großen Maß an persönlicher Freiheit, das die Gesellschaft vor der Pandemie auszeichnete. Und mehr direkte Demokratie, etwa durch Bürgerentscheide.

Das bringt auch die Wildunger Mutter von Kindern im Schul- und Kiga-Alter zum Ausdruck, die am Montagmorgen in der Redaktion anruft. Die „Spaziergänge“ passen nicht in ihren Zeitplan. Sie fährt bei den samstäglichen Autokorsos gegen die Corona-Vorgaben in Wildungen mit. „Berichten Sie mal darüber. Es ist meine Aufgabe als Mutter, meine Kinder zu beschützen, nicht die des Staates.“ Die Wildungerin lehnt die Maskenpflicht in Schulen ab, weil ihre Tochter, wie sie selbst, Panikattacken bekomme. Im Telefonat wird ein Kernproblem der „Informationsgesellschaft“ klar: die pausenlose Flut an Bildern, Worten, Emotionen.

Sehr sehr viele – das zeigt sich auch in den Gesprächen auf dem „Spaziergang“ – orientieren sich daher letzten Endes vermehrt an eigenen Erfahrungen, an Erfahrungen von Verwandten, Freunden, Bekannten, Kollegen, oft im Netz. Das widerspricht oft dem, was Gesamtschauen in Politik, Wissenschaft und Medien besagen. Sie habe ihre Kinder gegen Kinderkrankheiten impfen lassen, sagt die Anruferin, doch die jüngste Tochter habe heftige Nebenwirkungen erlitten. Diese Erfahrung prägt die Mutter. Sie lehnt die Corona-Impfung ab. Ihr Misstrauen reicht so weit, dass sie den Ergebnissen der Bundestagswahl nicht vertraut. Sie habe AfD gewählt, fügt sie hinzu.

Frankenberg

Es ist 17.40 Uhr am Montagabend, als auf dem Obermarkt in Frankenberg die ersten Teilnehmer des Corona-Spaziergangs eintreffen. Auch die Polizei ist schon da – mit mehreren Fahrzeugen und etlichen Beamten in Uniform.

Aus einem der Polizeiwagen kommt die Durchsage, dass die Veranstaltung nicht angemeldet sei, von der Polizei aber als Versammlung nach dem Versammlungsgesetz eingestuft werde. Deshalb gelten Auflagen, die die Veranstalter und Teilnehmer mit der Deklaration als Spaziergang eigentlich umgehen wollen: Alle müssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen und einen Mindestabstand von 1,50 Metern einhalten.

Geschätzt trägt etwa die Hälfte der Spaziergänger an dem Abend einen Mundschutz, die meisten scheint die Durchsage nicht zu interessieren. Auch die Vorgabe, dass je 50 Teilnehmer ein Ordner zu stellen und durch eine Armbinde zu kennzeichnen sei, wird belächelt.

Durch die Fußgängerzone: Etwa 250 Menschen haben am „Spaziergang“ in Frankenberg teilgenommen.
Durch die Fußgängerzone: Etwa 250 Menschen haben am „Spaziergang“ in Frankenberg teilgenommen. © Jörg Paulus

Wie schon bei den bisherigen Corona-Spaziergängen, die seit Dezember jeden Montagabend in Frankenberg stattfinden, meldet sich auch diesmal niemand als Veranstalter bei der Polizei. Die Beamten geben per Lautsprecher die Strecke vor, damit der Straßenverkehr möglichst wenig beeinflusst wird.

Es ist jetzt 18 Uhr, etwa 250 Menschen sind vor dem Rathaus zusammengekommen. Die Polizei weist nochmals darauf hin, dass einige Teilnehmer keine Maske tragen und keine Abstände einhalten. Die Durchsage bleibt ohne Konsequenzen.

Ohne ein erkennbares Signal des Aufbruchs geht es um zehn nach sechs los, die Spaziergänger starten die Steingasse herunter in die Fußgängerzone. Es sind keine Rufe zu hören oder Plakate zu sehen. Handzettel zu verteilen, hat die Polizei untersagt.

Die Gruppe ist gemischt, Männer, Frauen jedes Alters, Eltern mit Kindern, Menschen mit Hund, einige tragen Lichter in der Hand. Die Spaziergänger unterhalten sich. Über Privates, ihren Alltag und natürlich über Corona. Über ihre Kritik an der Politik, an den Wissenschaftlern, an den Einschränkungen.

„Ich denke, dass die Maßnahmen der Bundesregierung keinerlei Begründung haben“, sagt ein Teilnehmer, der wie viele andere gerne mit uns spricht. „Es geht nicht mehr um Gesundheitsschutz, sondern darum, bestimmte Bevölkerungsgruppen unter Druck zu setzen – zum Beispiel unter Impfdruck“, kritisiert der Mann. „Wenn die Impfpflicht kommt, bin ich weg“, sagt er. Das gehe auch vielen anderen hier so.

Er erzählt, dass er schon seit August 2020 regelmäßig gegen die Corona-Politik auf die Straße gehe. Viele andere Kritiker sind erst durch die Spaziergänge aktiv geworden. „Ich bin aus Überzeugung gegen den ganzen Irrsinn hier“, sagt ein anderer Mann. Das Impfen bringe Deutschland nicht aus der Pandemie, glaubt er und kritisiert, „wie medial auf die Ungeimpften eingehackt wird“.

Nach einer knappen Stunde endet der Spaziergang wieder auf dem Obermarkt. Vor dem Rathaus fängt einer an zu klatschen, immer mehr Menschen stimmen in den Applaus ein. Danach löst sich die Versammlung, die keine sein will, zügig auf.

Spaziergang oder Versammlung

Die Versammlungsfreiheit ist im Grundgesetz (Artikel 8) festgeschrieben. Grundsätzlich ist es erlaubt, sich ohne Anmeldung oder Erlaubnis friedlich zu versammeln. Allerdings kann es für Versammlungen unter freiem Himmel Beschränkungen geben. Laut Versammlungsgesetz des Bundes müssen solche Veranstaltungen bei den Behörden angemeldet werden. Mit den „Spaziergängen“ versuchen die Organisatoren, dieses Gesetz zu umgehen. Für Gemeinden bis 7500 Einwohner ist der Landkreis als Versammlungsbehörde verantwortlich, in größeren Kommunen sind es die Ordnungsämter vor Ort. Die Veranstaltungen, die seit einiger Zeit jeden Montag in Waldeck-Frankenberg organisiert werden, wurden bislang nicht als Versammlung angemeldet.

So erlebte Redakteur Matthias Schuldt die Gespräche mit Teilnehmern in Bad Wildungen

Auf der Suche nach Gesprächspartnern wende ich mich mit Namen an einige Männer, möchte wissen, was sie bewegt mitzugehen. Plötzlich fährt ein weiterer dazwischen: „Hier gibt´s nichts zu reden. Weitergehen!“ Ihn habe ich gar nicht angesprochen. „Dich kenne ich. Wir wissen, was du morgen schreibst.“ Ich verbitte mir das du. „Ich duze jeden.“ Woher er das Recht nehme, anderen das Wort zu verbieten. „Ich rate jedem, nicht mit dir zu reden“, betont er in die Runde.

„Weitergehen“, murmelt nun auch ein anderer. Der Rest schweigt, schaut zur Seite. Danach unterbindet ein erwachsener Sohn eine Diskussion, die ich mit seiner Mutter beginne zu führen: „Sie haben geschrieben, wir marschieren mit Nazis!“, ruft er. Sie hört auf zu reden.

Gestandene Männer und eine gestandene Frau nehmen hin, dass Andere entscheiden, mit wem sie über was reden. Auf einem der ersten Wildunger „Spaziergänge“ standen Kerzen „gegen die Spaltung der Gesellschaft“ am Rathausbrunnen. Spaltung überwinden, indem man Gespräche stoppt? Wer das tut, will spalten, nicht riskieren, dass ein Feindbild Risse erhält.

Anderen vorhalten, abweichende Meinungen zu unterdrücken, sich selbst anmaßen zu bestimmen, wer mit wem worüber spricht. Leute mit dieser Denkweise dürfen nach den Erfahrungen mit zwei deutschen Diktaturen im 20. Jahrhundert nie wieder in einer Regierung sitzen.

Es wird nicht passieren. Ich bin Optimist, komme in tiefere Gespräche mit Menschen: geprägt von Offenheit, gegenseitigem Respekt und ohne großspurige Allüren, „die Wahrheit“ zu besitzen.

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