Kritische Anmerkungen zum Kunstrasen-Projekt des TSV Battenberg

Mit den Antrags-Unterlagen für den Kunstrasenplatz: (von links) Fußball-Abteilungsleiter Eckhard Arnold, Bürgermeister Christian Klein, TSV-Vorsitzender Burkhard Specht und Vorstandsmitglied Siegfried Franke. Archivfoto: Hoffmeister

Battenberg. Nach kontroverser Diskussion hat das Parlament einen Sperrvermerk für den geplanten Kunstrasenplatz aufgehoben und den städtischen Zuschuss auf 32 000 Euro erhöht.

Er sei nicht gegen den Bau eines Kunstrasenplatzes in Battenberg, sagte Robert Paulus. Doch was der BLLFB-Fraktionsvorsitzende an Argumenten auftischte, sprach nicht gerade dafür: Im oberen Edertal gebe es zwischen Hatzfeld und Rennertehausen bereits 16 Fußballplätze (ohne Hartplätze). Derzeit zeichneten sich deutliche Mitglieder-Rückgänge ab. „In Zukunft wird es immer weniger Kinder geben. Ist da ein weiterer Sportplatz zu verantworten?“, fragte Paulus. Die vom TSV Battenberg im Finanzierungskonzept aufgelisteten Zahlen - unter anderem 20 000 Euro Eigenkapital und 35 000 Euro an Eigenleistungen - nannte Robert Paulus „stolze Summen“.

Von mehreren Seiten kam Widerspruch. „Ich sehe mehr Chancen als Risiken“, meinte Matthias Vetter (FDP). Geschaffen werde ein Sportplatz in „1a-Qualität“ von überregionaler Bedeutung, von dem auch die Schüler der Grund- und Gesamtschule profitierten. Nicht nur Unterstützung kam von der SPD, sondern sogar der Vorschlag, den städtischen Zuschuss von 25 000 auf 32 000 Euro zu erhöhen.

Bei ihrer Argumentation müsse die BLLFB den Kunstrasenplatz eigentlich ablehnen, merkte Rüdiger Weiß (CDU) an. Ein solcher Kunstrasenplatz stelle auch einen Anreiz dar, der hoffentlich weitere Kinder aus dem oberen Edertal für das Fußballspiel begeistern werde. Gegen jeden Zweifel am Finanzierungskonzept wandte sich Siegfried Franke (FDP), der auch Vorstandsmitglied im TSV Battenberg ist. Die zugesagten Eigenleistungen würden erbracht, das aufgelistete Darlehen von 96 000 Euro wolle man „so bald wie möglich über Spenden und weitere Maßnahmen gegen Null fahren“, sagte Franke. Der Landkreis engagiere sich „deutlich mehr als sonst“, mit den Nachbarvereinen seien Gespräch geführt, die Schulen seien mit im Boot. „Wir hoffen auf eine Vorab-Genehmigung aus Wiesbaden, damit wir im Winter mit den Baumfällarbeiten beginnen können“, sagte Franke. Baubeginn für den mit 326 000 Euro veranschlagten Kunstrasenplatz solle dann im Mai sein. (off)

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