Künftig nur ein Bürgermeister für Allendorf und Bromskirchen?

Karl-Friedrich Frese

Seit Januar 2015 bilden die Gemeinden Allendorf-Eder und Bromskirchen eine Verwaltungsgemeinschaft. Möglicherweise gibt es ab 2017 nur noch einen Bürgermeister.

Allendorf/Bromskirchen. Um „weitere Schritte zur Verstärkung der Zusammenarbeit“ ging es laut Tagesordnung am Montagabend in einer Sitzung der Gemeindevorstände von Allendorf und Bromskirchen. Die beiden Gemeinden bilden seit Januar 2015 eine Verwaltungsgemeinschaft (HNA berichtete). Die spannende Frage aber lautet: Werden die beiden Gemeinden ab 2017 einen gemeinsamen hauptamtlichen Bürgermeister haben?

Noch vor drei Jahren sei dieser Vorschlag in Wiesbaden rigoros abgelehnt worden, sagte der Allendorfer Bürgermeister Claus Junghenn. Die Hessische Gemeindeordnung schreibe für Kommunen ab 1500 Einwohner einen hauptamtlichen Bürgermeister vor, ergänzte sein Amtskollege Karl-Friedrich Frese. Bromskirchen hat etwa 1800 Einwohner, Allendorf-Eder rund 5600.

Inzwischen seien „auch andere Modelle vorstellbar“, sagt Claus Junghenn und verweist auf die unterfränkische Gemeinde Kist, die einen hauptamtlichen Verbandsvorsteher und einen ehrenamtlichen Bürgermeister für den zweiten Ortsteil besitzt.

Allendorf-Eder und Bromskirchen streben eine noch engere Zusammenarbeit an. „Wir wollen den Weg Schritt für Schritt gehen“, sagt Junghenn. „Aber nicht über die Köpfe der Betroffenen hinweg.“ Dabei denkt der Verwaltungschef an schmerzliche Erfahrungen im Odenwald. Per Bürgerentscheid hatten 4000 Einwohner die Fusion von Erbach und Michelstadt im Jahr 2007 verhindert.

Claus Junghenn

Klar ist: Der beste Zeitpunkt für die Umstellung auf nur noch einen hauptamtlichen Bürgermeister ist der 31. Dezember 2016. Dann nämlich läuft die vierte Amtszeit des Bromskirchener Bürgermeisters Karl-Friedrich Frese aus. Nicht erst nach seiner Niederlage bei der Landratswahl, sondern im kleinen Kreis politischer Weggefährten schon deutlich früher hatte Frese erklärt, dass er nicht noch einmal für das Bürgermeisteramt in Bromskirchen kandidieren werde.

Auf direkte Fragen hält sich der 55-Jährige derzeit bedeckt. Ob Bromskirchen erneut einen eigenen Bürgermeister wählen solle, das wolle er „den neu gewählten Entscheidungsträgern nach der Kommunalwahl am 6. März 2016 überlassen“, sagte Frese am Dienstag der HNA. Er habe eine klare Meinung, wolle aber „zu diesem Zeitpunkt keinen Einfluss nehmen“.

Claus Junghenn sagte auf die Frage, ob es künftig nur noch einen hauptamtlichen Bürgermeister in der Verwaltungsgemeinschaft geben solle, wörtlich: „Das ist ein Punkt, der in Bromskirchen zu entscheiden ist.“

Die Gemeindevorstände haben sich am Montag für eine engere Zusammenarbeit ausgesprochen. 2016 soll es auch einen gemeinsamen Grenzgang geben.

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