Das Tier ging bei einem anderen Bauern fremd

Nach acht Monaten auf Tour: Ausgebüxte Kuh Elsa ist wieder da

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Sie hast es faustdick hinter den Ohren: Kuh Esla

Das war ein tierischer Ausflug: Eine Kuh büxte im Februar in Biedenkopf aus und tauchte wie ein Phantom immer wieder in Mittelhessen auf. Nun gab es ein Happy End.

Acht Monate lang hat Kuh Elsa in Mittelhessen für Aufsehen gesorgt - nun gab es ein Happy End. Der Mitte Februar in Biedenkopf ausgebüxte Vierbeiner ist seit dieser Woche wieder im heimischen Stall im Landkreis Fulda. Mit dieser Meldung sorgte die Polizei in Marburg am Freitagnachmittag für Aufsehen. "Elsa on Tour - die Geschichte einer Reise", war die Pressemitteilung überschrieben. Der Text dazu las sich wie eine Satire des ZDF-Komikers Jan Böhmermann, aber die Beamten in Mittelhessen versichern: Diese Geschichte ist tatsächlich so passiert.

Sie beginnt Mitte Februar in Biedenkopf, als Elsa in einen Viehtransporter geladen werden sollte und abhaute. "In der Folgezeit", schreibt die Polizei, "rief das Tier immer wieder die Polizei, heimische Jäger sowie Veterinäre auf den Plan". Mehrmals tauchte die Kuh auf Bundesstraßen auf, einmal sogar in der Innenstadt von Biedenkopf. Aber alle Versuche, sie zu fangen oder zu betäuben, scheiterten. 15 Einsätze verzeichneten die Ordnungshüter wegen ihr. Eine Wildkamera lieferte sogar Bilder, wie Elsa nachts auf ein Reh traf.

Zuletzt schlich sich der rastlose Vierbeiner bei einer Rinderherde eines Landwirts in Niederlaasphe an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen ein. Als der Bauer seine Tiere wegen einer anstehenden Untersuchung zählte, merkte er, dass er eine Kuh zu viel hatte. Die Ohrmarke verriet schließlich die listige Elsa.

Mittlerweile ist sie wieder zuhause und fast so berühmt wie ihre berühmte Namensvetterin: 1977 sorgte der Komiker Dieter Hallervorden mit dem Sketch "Die Kuh Elsa" in seiner Sendung "Nonstop Nonsens" für viele Lacher. Darin teilt Hallervorden als Butler dem Graf von Seidewitz mit, dass seine Kuh Elsa gestorben sei. Das mache doch nichts, sagt der, er habe ja noch mehr als 3000 andere Kühe. Es sei aber der ganze Stall abgebrannt, weil sich der Sohn des Grafen bei einem Treppensturz beide Arme gebrochen habe und den Leuchter mit den brennenden Kerzen habe fallen lassen. So habe erst der Landsitz und dann der Stall gebrannt. Und das alles nur, weil der Sohn wegen eines Trauerfalls ein würdevolles Ambiente schaffen wollte: Die Gräfin war gestorben, das wusste der Graf noch nicht. Solch ein Schicksal ist der echten Kuh Elsa erspart geblieben.

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