Schulen seit mehr als einer Woche geschlossen

Keine Schule wegen Corona-Krise: So läuft der Unterricht für Oberstufenschüler weiter

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Heimarbeit: Schüler und Lehrer arbeiten von Zuhause aus. Da müssen sich alle – auch die Eltern – umstellen.

Keine Schule wegen der Corona-Krise: Wer als Schüler jetzt nicht den Anschluss verpassen will, muss viel Eigeninitiative zeigen. Das gilt besonders für die Oberstufe.

Waldeck-Frankenberg. Für alle Schüler und Lehrer in Waldeck-Frankenberg ist es eine ganz neue Erfahrung. Die Schulen sind zu, aber der Stoff muss gelernt werden. Wer jetzt den Anschluss nicht verpassen will, muss diszipliniert sein, sagt Florian Müller, Lehrer an den Beruflichen Schulen in Korbach.

„Der Unterricht läuft so gut es geht weiter“, sagt er. Jeder Schüler bekomme jede Woche Aufgaben, die er bearbeiten muss und die der Lehrer korrigiert. Es ist paradox. Schulfrei bedeutet vor allem für viele Oberstufenschüler und deren Lehrer nun mehr Aufwand. Denn einige analoge Unterrichtsmaterialien müsse der Lehrer erst einmal digitalisieren. Über die Lernplattform „Moodle“ erhalten die Schüler Arbeitsaufträge mit Abgabefristen. Sie können dort auch Selbsttests durchführen, erklärt Müller.

Leistungen auch im Fach Sport erbringen

Er unterrichtet größtenteils Oberstufenschüler am Beruflichen Gymnasium und Fachabiturienten in den Fächern Wirtschaft, Rechnungswesen und Sport. Sogar im Fach Sport sollen die Schüler theoretische Leistungen erbringen, die später, wenn die Schule wieder öffnet, praktisch umgesetzt werden.

Unterricht ohne den gewohnten Klassenraum, ohne den realen Lehrer vor der Tafel, ohne die Mitschüler nebenan. Das bedeutet, dass sich alle Beteiligten umstellen müssen. Mittels Videokonferenz verabredet sich Florian Müller mit seinen Schülern zum interaktiven Lernen. „20 Schüler in einer Videokonferenz, da ist es nicht leicht zu koordinieren, wer wann etwas sagt“, berichtet er. Solch ein Unterricht dauere daher länger als der herkömmliche. Aber letztendlich könne der Lehrstoff so vermittelt werden.

Kompetenzen im Umgang mit digitalen Formen des Lehrens erweitern

Die Schüler müssten Zuhause viel selbstständiger lernen als sonst, „eher wie Studenten“. „Jetzt kommt es noch mehr auf die Schüler an.“ Sie müssten Eigeninitiative zeigen, um ihre Aufgaben bewältigen zu können.

„Ich sehe es als Chance an, dass jetzt alle Lehrer ihre Kompetenzen im Umgang mit den digitalen Formen des Lehrens erweitern“, sagt Florian Müller. Er sieht jedoch das Problem darin, dass die Serverkapazitäten mancher Lernplattformen nicht für so viele bundesweite Zugriffe ausgelegt seien.

„Hier sollten die digitalen Möglichkeiten weiter ausgebaut werden“, wünscht sich der Lehrer.

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