Gegner klagen am Verwaltungsgericht

Lagerstätte  des Bodenverbandes bei Bottendorf in Betrieb 

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Neues Silolager bei  Bottendorf: Zwei Anhänger voller Silage werden täglich von dort an die Biogasanlage nach Allendorf/Eder geliefert, erläutern Matthias Münch (links) vom Bodenverband und Christian Krauskopf vom Fuhrunternehmen Waßmuth.

Bottendorf. Nach einer turbulenten Vorgeschichte ist das Silolager des Bodenverbandes Waldeck-Frankenberg in der Bottendorfer Feldgemarkung fertig. Eine Klage kann dem Betrieb nichts anhaben.

Die Lagerstätte für land- und forstwirtschaftliche Rohstoffe des Bodenverbands Waldeck-Frankenberg in der Bottendorfer Feldgemarkung hat ihren Betrieb aufgenommen.

Vorausgegangen waren dem seit 2014 verfolgten Projekt, das zunächst auch eine Biogasanlage vorsah, eine kontroverse Diskussion in der Bottendorfer Bevölkerung und mehrfache Änderung der Bauleitplanung. Gegner haben im Februar eine Normenkontrollklage gegen den Bebauungsplan eingereicht.

Dem Betrieb der Anlage kann das aber nichts anhaben. „Die Anlage ist zu 99 Prozent fertig“, sagt Walter Dersch, Geschäftsführer des Bodenverbandes. 

Der erste Spatenstich war Anfang 2017 erfolgt. Im März sorgte bei den Bauarbeiten ein Bombenfund aus dem Zweiten Weltkrieg für Aufregung. Im September wurden erstmals Grassilage und Holzhackschnitzel eingelagert, Maislieferungen folgten im Oktober.

Eine Einweihungsfeier für das 2,5-Millionen-Euro-Projekt ist für Januar 2018 geplant, sagt Dersch. Die gelagerten Rohstoffe sind vor allem für die Biogas- und Heizanlage der Firma Viessmann in Allendorf/Eder gedacht. Landwirte können aber auch eigene Silage dort lagern.

Die Aufregung um das Projekt begann 2014. Damals planten Bodenverband und Firma Viessmann allerdings, neben einem Lager für Silage und Hackschnitzel auch eine Biogasanlage zu bauen – am Gemeindeverbindungsweg von Bottendorf Richtung K 117. Das stieß auf Protest in Bottendorf.

Auch nachdem wegen geänderter Einspeise-Vergütung der Plan, eine Biogasanlage zu bauen, vom Tisch war und der Standort für die Siloanlage an die Gemarkungsgrenze Frankenberg verlagert worden war, flachte der Protest nicht ab.

 Inzwischen hatte sich eine Bürgerinitiative gegründet – unter anderem auch deshalb, weil die Gemeindevertretung Burgwald der Ablehnung bei einer Bürgerbefragung nicht gefolgt war. An der Befragung hatten nur wenige Bottendorfer teilgenommen. 

Im Februar 2017 hat die Bürgerinitiative eine Normenkontrollklage gegen den Bebauungsplan beim Verwaltungsgericht in Kassel eingereicht. Einen Eilantrag, der zu einem Baustopp führen sollte, hatte das Hessische Verwaltungsgericht zuvor abgelehnt. 

Das Gericht habe mittlerweile Akten des Baugenehmigungsverfahrens beim Kreis angefordert. Deshalb geht Percia Hanke, Anwältin der Initiative, davon aus, „dass das Gericht den Antrag der Gegner als zulässig bewertet.“ 

Die Einstellung des Betriebs der Lagerstätte könne nicht mehr erwirkt werden, erläutert sie. 

Was nun das Ziel der Bürgerinitiative ist, das lesen Sie in der gedruckten Mittwochausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine

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