Abstimmung folgt am 29. März

Landesstraße bei Vöhl: Parlamentsmehrheit für einen Ausbau

Ein LKW auf der L 3084.
+
Schmale Straße: Für Laster und große Schlepper wird es oft eng an der L 3084.

Inwieweit wird die Landesstraße zwischen Vöhl und der Einmündung bei Hof Lauterbach ausgebaut? Mit dieser Frage beschäftigte sich am vergangenen Montagabend die Vöhler Gemeindevertretung, die in Form einer Videokonferenz tagte.

Vöhl – Die Grünen hatten bereits im Vorfeld den Beschlussvorschlag der Ausschüsse kritisiert, dazu sagte die Fraktionsvorsitzende Susanne Kubat: „Wir haben Einwände erhoben und von Bürgern Zuspruch erhalten. Der Trinkwasserschutz ist nicht ausreichend berücksichtigt, das Landschaftsbild würde zerstört.“ Für die Probleme beim Ausweichen seien die Leitplanken verantwortlich. „Lasst uns ein ordentliches Planfeststellungsverfahren durchführen, Eile ist hierbei überhaupt nicht geboten. Wir sollten nicht unüberlegt eine Rennstrecke errichten.“

Die Leitplanken zu kritisieren sei völlig abwegig, machte Volker König, Fraktionschef der SPD, deutlich: „Es ist höchste Zeit für eine Anpassung, weil der Zustand schlecht ist und die Kurven zu schmal sind. Die Streckenführung ist nicht mehr zeitgemäß.“ Man brauche gute Straßen, die das Dorf erschließen. „Nur mit der Erweiterung kann außerdem die Trinkwasserknappheit in Angriff genommen werden. Das geplante Regenrückhaltebecken sorgt zudem für Hochwasserschutz.“ Aus diesen Gründen werde die SPD dem Vorschlag zustimmen.

Das teilte auch Fraktionsvorsitzender Gertmann Sude für die CDU mit. Die Entscheidung sei aber nicht leichtfertig getroffen worden. „Wir sind der Auffassung, dass die Belange der Natur durch die Ausgleichsmaßnahmen beachtet werden. Der Fortschritt ist wichtig, so erreichen wir vor allem eine günstigere Straßenführung“, sagte er. Eigene Erfahrungen hätten nämlich gezeigt, dass die Strecke, wenn große Fahrzeuge entgegenkommen, zu eng sei. „Wir dürfen mit dem Ausbau nicht warten.“

Heinrich Heidel von der FDP sieht das ähnlich. Der Fraktionsvorsitzende betonte: „Es ist sinnvoll, sich selber ein Bild zu machen. Dabei wird auffallen, dass die Bankette in einem schlechten Zustand ist und unbedingt erneuert werden muss.“ Viele Punkte des Vorschlags seien sinnvoll. „Eine Verbesserung des Wasserschutzgebiets wird erreicht, außerdem sind Ausgleichsmaßnahmen vorgesehen“, erläuterte er, „wir dürfen nicht riskieren, dass Bäume nicht mehr standfest sind. Die FDP wird für den Vorschlag stimmen.“

Emotional ging Ulrich Müller von den Freien Wählern an diese Thematik heran: „Wir haben kontrovers diskutiert und ich muss sagen, dass mir die Bäume viel bedeuten. Wir müssen aber Kompromisse finden.“ Dass neue Bäume gepflanzt werden, müsse ein großes Gewicht haben. Der Gemeindevertreter brachte außerdem den Vorschlag, über eine Geschwindigkeitsbegrenzung zu beraten. „Wir brauchen keine Rennstrecke.“ Auch die Freien Wähler werden mehrheitlich dafür stimmen.

Karl-Wilhelm Brüne (CDU) machte weiter darauf aufmerksam, dass trockene Äste aus den Baumkronen durch starken Wind auf die Straße geweht würden. „Das stellt ein großes Risiko dar.“

Dass etwas passieren muss, ist auch für Sven Lorenz (Grüne) klar, allerdings sagte er: „Auch der Erhalt der alten Bäume ist wichtig. Hier wird zu schnell etwas entschieden, ohne genau zu prüfen.“

Regenrückhaltebecken im Trinkwasserschutzbereich

Ein Großteil des Straßenabschnitts der L 3084 befinde sich im Trinkwasserschutzbereich, das teilte Hessen-Mobil mit, die für Planung und Umsetzung zuständig sind.

Deshalb gebe es besondere bauliche Vorgaben. Danach erhalte die Straße beispielsweise einen unterirdischen Entwässerungskanal, über den künftig sämtliches Regenwasser von der Fahrbahn in ein neues Rückhaltebecken abgeleitet werde. Zehn Zentimeter hohe Bordsteine sollen dafür sorgen, dass kein Schmutzwasser von der Straße in den Boden gelangen kann. Damit bei einem Unfall möglichst keine beschädigten Fahrzeuge in den sensiblen Bereich neben der Straße kommen, werden zudem beidseitig Schutzplanken eingebaut. Für die Baumaßnahme müssten laut Hessen-Mobil 24 Bäume gefällt werden.

Die Abstimmung zu diesem Thema findet in einer Präsenzveranstaltung am kommenden Montag statt. (sk)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.