Landesstraße nach Bracht soll endlich erneuert werden

Spuren im Schnee: Der geplante neue Streckenverlauf ist mit roten Holzpfählen abgesteckt. Künftig würde das Auto im Bild also geradeaus weiterfahren (siehe auch Grafik rechts). Foto: Pflug

Rosenthal. Was lange wird, wird vielleicht endlich gut: Schon seit Jahren wird in Rosenthal immer wieder die Erneuerung der Landesstraße nach Bracht diskutiert. Jetzt soll es losgehen.

Die Mappe mit den Unterlagen von Claudia Ravensburg zur Landesstraße 3077 ist mehr als zwei Finger dick. „Und das sind nur die Sachen, die ich als Landtagsabgeordnete seit 2008 gesammelt habe“, sagt sie. Der erste Eintrag ist eine Resolution der Stadt zur Landesstraße zwischen Rosenthal und Bracht. „Aber eigentlich beschäftigt uns der Zustand dieser Straße schon seit Jahrzehnten“, sagt Ortsvorsteher Klaus Schleiter. In diesem Jahr soll es aber nun endlich losgehen mit der Erneuerung der Straße.

Zumindest hofft man das im Rathaus. Denn: „Noch liegt das Baurecht nicht vor. Aber wir haben zumindest das mündliche Einverständnis aller Parteien“, sagt Bürgermeister Hans Waßmuth. Man rechne damit, dass das Baurecht im März geschaffen werde. Dann könne Hessen-Mobil mit den Ausschreibungen für die eigentlichen Bauarbeiten beginnen. Noch in diesem Jahr solle das Projekt für 1,3 Millionen Euro fertiggestellt sein, sagt Waßmuth.

Noch liegt das Baurecht nicht vor. Aber wir haben das mündliche Einverständnis aller Parteien.“

Trotzdem tut sich schon etwas: In dieser Woche wird mit den Vorbereitungen begonnen. Hessen-Mobil-Sprecher Horst Sinemus erklärt, dass die Baumschnittarbeiten aus naturschutzrechtlichen Gründen bis Ende Februar abgeschlossen sein müssen.

Die Geschichte der geplanten Straßensanierung ist eine mit vielen Kurven. Ein Meilenstein war geschafft, als das Projekt in die vom Hessischen Verkehrsminister im Juni 2015 gestartete „Sanierungsoffensive 2016 - 2022“ aufgenommen wurde. Trotzdem tat sich lange nichts. Den Grund umschreibt Sinemus schriftlich so: „Im Rahmen der Baurechtsschaffung über das Verfahren ’Entfallen der Planfeststellung (und Plangenehmigung) nach dem Hessischen Straßengesetz’ muss das Einvernehmen mit sämtlichen Trägern öffentlicher Belange hergestellt werden. Im Verfahren gab es erhöhten Abstimmungsbedarf mit der Landwirtschaft und dem Naturschutz.“

Bürgermeister Hans Waßmuth wird konkreter: Naturschützer hätten Bedenken ob des Vogelschutzes und der am Wegesrand lebenden Zauneidechse angemeldet. Für letztere soll ein Biotop geschaffen werden, und vor dem Beginn der Baumfällarbeiten seien die Bäume auf Nisthöhlen überprüft wurden.

Hauptgrund für die Verzögerung im vergangenen Jahr seien aber der notwendige Grunderwerb gewesen und die Verlegung angrenzender Verkehrswege. Das sei nötig, da die Streckenführung der L 3077 geändert werden soll. Die große Kurve kurz vor der Grenze zum Landkreis Marburg-Biedenkopf soll entschärft und das Gefälle der Straße geändert werden.

Verkehrswege sind Problem

Das bedeutet auch, dass die Anbindung einiger Verkehrswege geändert werden muss. Der Fachdienst Landwirtschaft vertritt dabei die öffentlichen landwirtschaftlichen Interessen, sagt Kreissprecherin Ann-Kathrin Heimbuchner. In diesem Fall fordere man, dass die angrenzenden, historisch gewachsenen Wirtschaftswege für eine moderne maschinengerechte Benutzung hergerichtet werden sollten.

In der Stellungnahme des Kreises heißt es weiter: „Die Planungsunterlagen von Hessen-Mobil wurden dem Fachdienst mit der Bitte um Stellungnahme zugesendet. Aufgrund Widerstände privater Grundstückseigentümer mussten diese im Laufe des zweiten Halbjahres 2016 immer wieder angepasst und mit allen Beteiligten abgestimmt werden - letztmalig in der vergangenen Woche“. Ob der aktuelle Vorschlag in die aktuellen Planungen von Hessen-Mobil aufgenommen werde, dazu könne der Landkreis keine Angaben machen.

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