Mitgliederzahlen gehen zurück

Landfrauen in Waldeck-Frankenberg fehlt der Nachwuchs

Adventstüten packen hier (von links) Rita Ritter, Iwona Klawe, Nicole Frank, Nicole Tönges-Gresenz und Tamara Staude vom Vorstand des Landfrauenvereins Löhlbach. Es fehlt Daniela Ernst.
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Adventstüten packen hier (von links) Rita Ritter, Iwona Klawe, Nicole Frank, Nicole Tönges-Gresenz und Tamara Staude vom Vorstand des Landfrauenvereins Löhlbach. Auf dem Foto fehlt Daniela Ernst.

Die Landfrauen gehören mit 2331 Mitgliedern im Raum Frankenberg und 1633 Mitgliedern im Bezirk Waldeck zu den zahlenmäßig stärksten Organisationen im Landkreis. Die Ortsvereine kämpfen aber mit Nachwuchsproblemen.

Waldeck-Frankenberg - In den vergangenen Jahren haben sich mehrere Vereine aufgelöst. Insgesamt gehen die Mitgliederzahlen stetig zurück.

Vor rund 15 Jahren hatte der Bezirk Frankenberg noch über 3000 Mitglieder, also rund 700 mehr als jetzt. Auch die Zahl der Ortsvereine ist geschrumpft: Aktuell gibt es in Frankenberg 24 Ortsvereine, das sind zehn weniger als noch Anfang 2014. Als Gründe verweisen die Bezirksvorsitzenden Gunhild Scholl (Frankenberg) und Elke Jäger (Waldeck) vor allem auf die Altersstruktur und mangelnde Bereitschaft, sich im Vorstand zu engagieren.

Gunhild Scholl, Bezirksvorsitzende der Landfrauen im Bezirk Frankenberg.

„Die aktuelle Altersgruppenstatistik zeigt, dass der größte Teil der Mitglieder zwischen 60 und 80 Jahren ist“, sagt Gunhild Scholl. Danach folge die Altersgruppe 81 bis 99 Jahre sowie 41 bis 60 Jahre. Wenig vertreten seien Frauen zwischen 27 und 40 Jahren. Da viele Frauen berufstätig und viele Freizeitangebote in den vergangenen Jahren dazu gekommen seien, fehle auch mancher junger Frau die Zeit, sich ehrenamtlich zu engagieren, vermutet die Viermündenerin. „Erfreulich ist aber, dass wir über 350 Mitglieder zwischen einem Jahr bis 26 Jahren haben“, sagt Gunhild Scholl.

Probleme, einen Vorstand zu finden

„Das Hauptproblem ist wohl, immer wieder einen neuen Vorstand zu finden“, sagt Elke Jäger vom Bezirk Waldeck. Viele Vereine bildeten inzwischen Teamvorstände, da niemand den Vorsitz übernehmen möchte. „Ich habe den Eindruck, dass sich jüngere Frauen nicht mehr an einen Verein binden möchten“, sagt die Strotherin. Mit besonderen Aktionen oder Veranstaltungen, zum Beispiel anlässlich eines Dorfjubiläums, könne man manchmal neue Mitglieder gewinnen. „Und hat man eine jüngere Frau überzeugen können, dann bringt sie häufig noch andere Frauen mit“, berichtet Jäger.

Seit 2018 haben sich drei der 28 Waldecker Ortsvereine aufgelöst, davon zwei im letzten Jahr. „Hier hat die Corona-Situation wohl den letzten Anstoß gegeben“, vermutet Elke Jäger.

Rückkgang auch beim Landesverband

Laut Homepage hat der Hessische Landfrauenverband derzeit zirka 42 000 Mitglieder, verteilt auf rund 600 Ortsvereine. Da die Mitgliederzahl Anfang 2014 noch mit 53 000 angegeben wurde, ist auch hier ein Rückgang zu beobachten. Auch die Zahl der Ortsvereine ist demnach um Hundert geschrumpft.

Die Geschäftsstelle des Hessischen Landfrauenverbandes hat trotz mehrfacher Nachfrage keine aktuellere Auskunft zu den Mitgliederzahlen gegeben.

Von Susanna Battefeld

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