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63 Selbsthilfegruppen bieten Unterstützung im Landkreis

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Von: Julia Janzen

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Zwei Frauen umarmen sich, im Hintergrund ist eine Gruppe Menschen im Stuhlkreis zu sehen
In Selbsthilfegruppen können sich Betroffene austauschen, finden Unterstützung. In Waldeck-Frankenberg gibt es 63 solcher Gruppen. © Panthermedia/Photographee.eu

Hilfe für Trauernde, Süchtige, chronisch oder psychisch Erkrankte: In Selbsthilfegruppen finden Betroffene Unterstützung. In Waldeck-Frankenberg gibt es derzeit 63 Selbsthilfegruppen, sagt Ann-Katrin Heimbuchner, Pressereferentin des Kreises. Und jedes Jahr kommen etwa drei bis fünf Gruppen dazu.

Waldeck-Frankenberg - Einige Gruppen hätten sich zwar seit Beginn der Pandemie aufgelöst, doch aktuell seien wieder neue in der Gründungsphase, beispielsweise zu den Themen Konsum und Geldsorgen, Parkinson, Long Covid, ADHS, auch Eltern drogenabhängiger Kinder oder Frauen mit Gewalterfahrung finden sich derzeit zusammen.

Unterstützt werden die Gruppen von der Selbsthilfekontaktstelle (SHK) des Landkreises, die berät und vermittelt. Laut Ann-Katrin Heimbuchner sind die Anfragen an die SHK in den vergangenen Jahren stetig gestiegen: In 2019 waren es 297 Anfragen, in 2020 waren es 302, im Jahr 2021 insgesamt 370 und in diesem Jahr bislang 362. Die Anfragen umfassen telefonische, persönliche oder schriftliche Beratung.

Zu den Aufgaben der Selbsthilfekontaktstelle gehören unter anderem Infos über finanzielle Fördermöglichkeiten für Gruppen, Beratung bei der Gründung einer Gruppe samt Hilfe bei der Erarbeitung eines Konzepts und bei der Mitgliederwerbung. Auch bei den ersten Treffen ist dann eine Mitarbeiterin der Kontaktstelle dabei, unterstützt die Moderation und die Reflexion mit den Gründern im Anschluss. Hilfe gibt es auch bei der Organisation, der Suche nach Räumen und der Vermittlung von Referenten, wenn das gewünscht wird.

Zudem vermittelt die SHK auch Betroffene in bestehende Selbsthilfegruppen. Finanziert wird die Kontaktstelle laut Heimbuchner „zu einem Großteil durch die GKV Selbsthilfeförderung Hessen“. Eine finanzielle Förderung der Gruppen durch den Landkreis gebe es nicht.

Über sechs Jahre, bis 2018, lief die SHILD-Studie („Selbsthilfe in Deutschland“) unter anderem der Uniklinik Hamburg-Eppendorf, die vom Bundesgesundheitsministerium finanziert wurde und an der 5000 Menschen beteiligt waren. Die Studie zeigte, was Selbsthilfegruppen bewirken: 96 Prozent der Mitglieder gaben an, sich durch die Gruppe nicht allein zu fühlen, 92 Prozent sagten, dort offen über Probleme sprechen zu können und 90 Prozent, dass sie von der Erfahrung der anderen profitierten.

So ist die Selbsthilfekontaktstelle erreichbar

In ganz Hessen gibt es rund 6000 Selbsthilfegruppen, schreibt das hessische Sozialministerium auf seiner Internetseite. Landesweit gibt es zudem 21 Kontaktstellen für Selbsthilfegruppen, die unter anderem neue Selbsthilfegruppen initiieren und in der Öffentlichkeit über die Gruppen informieren. Die Selbsthilfekontaktstelle in Waldeck-Frankenberg ist erreichbar per Telefon unter 05631/954 828 oder per Mail an shk@lkwafkb.de. Den Selbsthilfewegweiser gibt es hier.  jj

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