Arolser Bürgermeister von Freien Wählern, Grünen und FDP nominiert

Jürgen van der Horst (54) will Landrat in Waldeck-Frankenberg werden

Will Landrat in Waldeck-Frankenberg werden: Der Bad Arolser Bürgermeister Jürgen van der Horst wird von Freien Wählern, Grünen und FDP ins Rennen geschickt.
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Will Landrat in Waldeck-Frankenberg werden: Der Bad Arolser Bürgermeister Jürgen van der Horst wird von Freien Wählern, Grünen und FDP ins Rennen geschickt.

Der amtierende Bad Arolser Bürgermeister Jürgen van der Horst will Landrat in Waldeck-Frankenberg werden. Der 54-jährige ist parteilos, wird aber als gemeinsamer Kandidat von Freien Wählern (FW), Grünen und FDP ins Rennen geschickt.

  • Jürgen van der Horst fordert Amtsinhaber Dr. Reinhard Kubat bei der Landratswahl am 26- September 2021 heraus.
  • Van der Horst ist seit 13 Jahren Bad Arolser Bürgermeister und tritt als gemeinsamer Kandidat von Freien Wählern, Grünen und FDP an.
  • Digitalisierung, Klimaschutz und Gesundheitswesen sind drei Schwerpunktthemen, die van der Horst bei seiner Vorstellung nannte.

Van der Horst fordert bei der Landratswahl am 26. September 2021 Amtsinhaber Dr. Reinhard Kubat (SPD) heraus, der seine erneute Kandidatur bereits bekannt gegeben hat.

„Ich traue mir das zu“, sagte er bei seiner Vorstellung im Herrschaftlichen Hagen in Korbach und verwies auf seine mittlerweile 13 Jahre andauernde Amtszeit als Arolser Bürgermeister. Zuvor habe er sich als Mitarbeiter der Kreisverwaltung wichtige Kenntnisse angeeignet, als er unter anderem für die Kommunalaufsicht zuständig gewesen sei. „Das sind die Basics. Es geht aber auch darum, Politik zu gestalten. Wir haben spannende Themen vor uns.“

Van der Horst sprach von einer „Vielfalt dringlicher wirtschaftlicher Themen“ sowie von „Veränderungsprozessen in der Natur“. Das alles betreffe auch die Kreisverwaltung. So würden viele Projekte zum Klimaschutz auf kommunaler Ebene angestoßen - das Thema „Bau von Windkraft- und Solaranlagen“ gehöre hier ebenso dazu wie die energetische Ertüchtigung von öffentlichen und privaten Gebäuden. Das Stadtklima müsse als eigene Aufgabe verstanden werden, hierbei spielten auch Fragen rund um die Mobilität eine Rolle. „Hier will ich den Städten- und Gemeinden ein Angebot machen, bei dem der Landkreis unterstützend wirkt - bei der Akquise von Förderprogrammen und der Abwicklung dieser Prozesse.“

Ein weiteres Schwerpunktthema sei die Digitalisierung an Schulen. „Hier darf es keinen Aufschub geben. In der Corona-Zeit sind Projekte mit der Brechstange durchgeboxt worden, doch daraus ergeben sich auch Widerstände. Hier biete ich an, dass der Landkreis noch mehr als Dienstleister agiert und den Schulen mehr zur Seite steht“, so van der Horst.

Digitalisierung betreffe aber noch viele weitere Lebensbereiche. „Hier müssen wir gestalten und dürfen nicht nur reagieren.“ Auch innerhalb der Kreisverwaltung müssten solche Prozesse vorangetrieben werden. „Es geht immer weiter, das Tempo ist hoch. Hierfür brauchen wir auch in Zukunft eine leistungsfähige Verwaltung, damit Projekte zügig umgesetzt werden können.“

Ein anderer, wichtiger Bereich sei das Gesundheitswesen. Hier müsse man sich intensiv mit der Sicherung der stationären, ambulanten und fachärztlichen Versorgung im Landkreis beschäftigen. „Ich stehe zum Kreiskrankenhaus in Frankenberg“, sagte van der Horst in diesem Zusammenhang.

Was seinen Politikstil angeht, sagte der Kandidat mit Blick auf die sieben Parteien im Kreistag, in dem CDU und SPD die Regierungskoalition bilden: „Ich bin parteipolitisch unabhängig und bleibe es auch. Ich will die Sachthemen in den Vordergrund stellen. Meine Erfahrung als Bürgermeister hat mir gezeigt: Wenn die Themen uns voranbringen, wird es dafür eine Mehrheit geben.“

Dass er bei Abstimmungen für seinen politischen Kurs diesbezüglich die Unterstützung der „Parteien aus der politischen Mitte“ brauche, wisse er. „Die Themenfelder weisen aber so viele Schnittmengen auf.“ Gespräche über Parteigrenzen hinweg seien daher nicht nur nötig, sondern auch logisch.

Zur Person: Das ist Jürgen van der Horst

Jürgen van der Horst (54) ist gebürtiger Korbacher und lebte lange Zeit in Meineringhausen. Seit 2008 ist der Diplomverwaltungsfachwirt, der auch den Abschluss „Master of Public Administration“ besitzt, Bürgermeister in Bad Arolsen. Zuvor war er Mitarbeiter der Kreisverwaltung und dort zuständig für Kommunalaufsicht, Allgemeine Rechtsgrundlagen und Ausländerrecht. Van der Horst, der hobbymäßig auch mal als Sportschütze unterwegs ist, lebt mittlerweile in Bad Arolsen-Massenhausen. Er ist verheiratet und Vater von drei Kindern.  

Freie Wähler, FDP und Grüne schicken Jürgen van der Horst (Mitte) als Kandidat in die Landratswahl am 26. September. Von links: Udo Hoffmann (Freie Wähler), Jochen Rube (FDP-Kreisvorsitzender), Uwe Steuber (Kreisvorsitzender der Freien Wähler), Daniel May (Kreisvorsitzender der Grünen), Bastian Belz (FDP), Sandra Deutschendorf (Kreisvorsitzende der Grünen) und Heinfried Horsel (Freie Wähler).

Das sagen Freie Wähler, Grüne und FDP

Uwe Steuber, Kreisvorsitzender der Freien Wähler: „Für uns ist Jürgen van der Horst der geniale Kandidat für das Amt des Landrats in Waldeck-Frankenberg. Wir sehen in ihm jemanden, der nicht nur Kümmerer ist, sondern mehr auf interkommunale Zusammenarbeit setzt. Im Zuge meiner jetzigen Arbeit für den Hessischen Städte- und Gemeindebund sehe ich, dass die Kommunen in anderen hessischen Landkreises deutlich mehr von den Landkreisen begleitet werden – gerade auch bei der Digitalisierung. Da gibt es Modellprojekte in Marburg-Biedenkopf oder auch im Landkreis Bergstraße. Genau dafür steht Jürgen van der Horst, der alle Städte und Gemeinden – auch die kleinen – mitnimmt und nicht alleine lässt. Dafür ist der Landkreis da und wir erwarten uns diesbezüglich viele neue Impulse. Insbesondere die moderne Verwaltung für den Konzern Waldeck-Frankenberg war und ist den Freien Wählern wichtig. Dafür steht Jürgen van der Horst – den wir im Übrigen auch als Sparfuchs kennengelernt haben, der Dinge auch mal auf den Prüfstand stellt.

Udo Hoffmann (Freie Wähler): „Mit Blick auf die zurückliegende Kommunalwahl sind Freie Wähler, Grüne und FDP die drei Gewinner dieser Wahl. Die anschließende Bildung der Großen Koalition mit CDU und SPD mit den entsprechenden Personalentscheidungen haben in uns den Gedanken reifen lassen, einen gemeinsamen Kandidaten für die Landratswahl aufzustellen. In einer Demokratie ist es wichtig, den Menschen Alternativen zu bieten. Wir glauben, dass wir mit Jürgen van der Horst einen Kandidaten haben, der die breite Mehrheit der Wählerinnen und Wähler in Waldeck-Frankenberg hinter sich versammeln kann. Gleichwohl wollen wir keinen Wahlkampf gegen die aktuelle Kreisspitze führen, sondern einen nach vorne gerichteten Wahlkampf mit Jürgen van der Horst an der Spitze.

Sandra Deutschendorf, Kreisvorsitzende der Grünen: „Für uns hat der Klimaschutz oberste Priorität, wenngleich es sich hierbei ja mittlerweile um ein gesamtgesellschaftliches Thema handelt. Wenn man hier in Waldeck-Frankenberg mit offenen Augen durch die Wälder geht, sieht man, dass hier unbedingt etwas passieren muss. Dass Jürgen van der Horst in Bad Arolsen wichtige Projekte für den Klimaschutz umgesetzt hat – zum Beispiel Nahwärme oder die energetische Ertüchtigung aller städtischen Gebäude – wurde uns in den Gesprächen mit ihm noch einmal klar vor Augen geführt. Außerdem produziert die Stadt Bad Arolsen mehr Erneuerbare Energien als sie selbst Energie verbraucht. Wir haben Jürgen van der Horst zudem als zielorientiert, engagiert und verantwortungsbewusst kennengelernt.“

Jochen Rube, Kreisvorsitzender der FDP: „Wir wollen die Wahl zu einer Wahl machen. Demokratie lebt vom Wandel – und der ist meiner Meinung nach notwendig in Waldeck-Frankenberg. Warum unterstützen wir als FDP im Landkreis Jürgen van der Horst? Weil er es kann. Das hat er schon gezeigt als Bürgermeister von Bad Arolsen. Wir stehen vor einigen Herausforderungen, die angegangen werden müssen. Dazu gehört, eine effiziente Verwaltung schaffen , was auch Bürokratieabbau bedeuten kann. Wir stehen nach dem Ende der Pandemie vor wirtschaftlichen Herausforderungen, die gestemmt werden müssen. Wir wünschen uns – und das bildet für uns auch Jürgen van der Horst ab – mehr mutige Initiativen im Bereich Schule und Bildung im Landkreis. Außerdem schätzen wir an ihm sehr die überparteiliche Offenheit für gute Ideen, die er mitbringt.“

Hintergrund: Bislang ein Gegenkandidat für Amtsinhaber

Die Landratswahl in Waldeck-Frankenberg findet am Sonntag, 26. September 2021 statt. Landrat Dr. Reinhard Kubat (SPD) tritt erneut an. Die CDU als stärkste Fraktion im Kreistag wird keinen Gegenkandidaten gegen ihn aufstellen – diese Absprache hatte die Union zusammen mit der SPD bei den Koalitionsverhandlungen getroffen. Jürgen van der Horst (parteilos) ist somit der erste offizielle Gegenkandidat des Amtsinhabers.

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