"Es macht Sinn, etwas anderes zu versuchen"

"Das reizt mich ungemein": Landratskandidat Frese über seine Ambitionen

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Symbolischer Ort: Karl-Friedrich Frese vor der Kreis-Verwaltungsaußenstelle in Frankenberg. Er möchte die Landratswahl gewinnen und Amtsinhaber Dr. Reinhard Kubat ablösen.

Waldeck-Frankenberg. Karl-Friedrich Frese ist ein Freund klarer Worte. Auch wenn man ihn nach seinen Ambitionen für die Landratswahl fragt. Ein Porträt.

„Ich war immer eine strebsamer und ehrgeiziger Mensch“, antwortet der CDU-Kandidat. „Ich traue mir zu, das gut zu machen und den Kreis etwas nach vorne zu bringen“, ergänzt er mit Blick auf den Chefposten im Kreishaus, den er Dr. Reinhard Kubat abnehmen will.

Dafür muss Frese, der sich als Familienmensch bezeichnet, Privatleben, seinen Job als Bürgermeister in Bromskirchen und den Wahlkampf unter einen Hut bringen. Nicht immer leicht, räumt er ein: „Bei der Familie trägt meine Frau derzeit die Hauptlast.“ Zu Fahrradausflügen, sonst regelmäßig auf dem Programm, habe es dieses Jahr noch nicht gereicht, sagt Frese. Aber das werde man spätestens nach der Wahl nachholen - und dazwischen immer mal wieder kleine Freiräume fürs Familienleben nutzen. Und wenn es wie am Himmelfahrtstag für Pflasterarbeiten mit einer seiner beiden Töchter ist: „Du kannst zu Hause gut abschalten, sagt meine Frau immer.“

Diese Fähigkeit wird er nun verstärkt brauchen. „Jetzt beginnt die heiße Wahlkampfphase“, meint Frese. Direktvermarktermesse Bad Arolsen, Igelfest Fürstenberg, Gespräche zum Thema Kindergärten in Gemünden: Nur ein kleiner Auszug der Liste der vergangenen Tage. Und da muss ein Landratskandidat eben präsent sein, weiß der 55-Jährige. Aber nicht aufdringlich sein, nicht nach jeder Hand greifen: „Die Leute wollen ja auf einem Fest auch in Ruhe mal etwas essen oder ein Bier trinken, ohne dass ein Politiker dazwischenfunkt“, sagt er und lacht. Doch zuhören will Frese. Erfahren, welche Sorgen, Nöte, Wünsche und Ideen die Menschen im Kreis haben. „Und das muss man angehen - wenn das denn am 5. Juli alles so funktioniert.“ Sprich: Falls er die Wahl gewinnt. Daran arbeiten Kandidat und Wahlkampfteam, „unterstützt von vielen Menschen in CDU-Ortsvereinen und anderen Helfern“.

Warum Landrat? „Ich bin 22 Jahre und ein paar Tage Bürgermeister in Bromskirchen“, sagt Frese. Jetzt, mit 55, mache es noch Sinn, noch einmal etwas anderes zu versuchen. Er habe gesehen, was er als Bürgermeister gestalten könne - als Landrat wäre es noch mehr: Schulen, Demografie, Wirtschaft: „Den Landkreis zukunftssicher machen, das reizt mich ungemein.“

Bis dahin gibt es viele Termine, Feste mit zig Gesprächen - und immer wieder Häppchen. „Probieren Sie mal“, hört Frese dann. Und er probiert, „aber in Maßen“. Er wolle sein Gewicht halten, „sonst schimpft meine Frau, wenn die Anzüge nicht mehr passen“, sagt er augenzwinkernd. Allerdings hätte er wohl nichts dagegen, wenn er am 5. Juli noch deutlich an politischem Gewicht zunehmen würde. 

Dieser Artikel ist der Auftakt zur Wahlkampfberichterstattung der HNA Frankenberger Allgemeinen. Ein Porträt über Amtsinhaber Dr. Reinhard Kubat lesen Sie in der gedruckten Samstagsausgabe.

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