Betriebe bangen um ihre Existenz

Landwirte demonstrieren in Korbach mit Traktoren für höhere Preise

Landwirte aus dem gesamten Landkreis versammelten sich am Samstag mit knapp 180 Traktoren auf der Hauer in Korbach und forderten höhere Preise für ihre Erzeugnisse.
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Landwirte aus dem gesamten Landkreis versammelten sich am Samstag mit knapp 180 Traktoren auf der Hauer in Korbach und forderten höhere Preise für ihre Erzeugnisse.

 Viel Lärm gab es am Samstagmittag auf der Hauer in Korbach. Hunderte von Landwirten waren mit ihren Treckern nach Korbach gekommen, um auf ihre momentane Situation aufmerksam zu machen.

Korbach – In einer Sternfahrt waren knapp 180 Trecker angereist und machten zu Beginn richtig viel Lärm: Aufheulende Motoren und lautes Hupkonzert gab es zur Begrüßung. Pünktlich um 5 Minuten vor 12 verstummten alle Traktoren und machten damit symbolhaft auf die schlechte Lage der Landwirte aufmerksam.

Der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Waldeck, Heiko Kieweg, trug die Forderungen der Bauern vor. Die Macht des Lebensmittelhandels sei zu stark, Dumpingpreise würden Betriebe zerstören. Die Bauern fordern eine Kommunikation, die nicht in erster Linie auf niedrige Preise abzielt, sondern auf Qualitätsstandards. Langfristige Liefer- und Vertragsbedingungen schlagen sie als Lösung vor. Bei niedrigen Löhnen und steigenden Kosten seien viele Betriebe in ihrer Existenz bedroht. Hier müsse die Politik eingreifen, und die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen. Hohe Standards müssten belohnt werden, Schutz vor Billigimporten müsse her.

Protest der Landwirte: Kritik an Düngeverordnung

Steigende Auflagen in den Bereichen Klimaneutralität und Insektenschutz seien von den Betrieben nicht alleine zu lösen. Viele Betriebe müssten in Zukunft aufgeben oder fänden keinen Nachwuchs mehr. Auch der Präsident des Hessischen Bauernverbandes, Karsten Schmal, schloss sich den Forderungen an. Er beklagte den drastischen Preisverfall bei landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Die Forderungen der neuen Düngeverordnung beruhten gerade in Waldeck-Frankenberg auf fehlerhaften Grundlagen und seien so nicht hinzunehmen, man werde dagegen klagen, erklärte er und ergänzte: „An allen Ecken werden die Bauern geknebelt“. Am Ende der Veranstaltung verteilte Heiko Kieweg Schokoweihnachtsmänner an die Demonstranten. Bis alle Trecker wieder abgerückt und die Straßen wieder frei waren, dauerte es dann fast eine Stunde.
Von Hans Peter Osterhold

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