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Landwirte und Vermarkter aus Waldeck-Frankenberg: Regionale Lebensmittel werden immer wichtiger

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Von: Stefanie Rösner

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Milch von Kühen aus Waldeck-Frankenberg für Verbraucher in Waldeck-Frankenberg. Der Bio-Bauer Sven Lorenz ist im Vorstand der Milcherzeugergemeinschaft der Upländer Bauernmolkerei. Das
Milch von Kühen aus Waldeck-Frankenberg für Verbraucher in Waldeck-Frankenberg. Der Bio-Bauer Sven Lorenz ist im Vorstand der Milcherzeugergemeinschaft der Upländer Bauernmolkerei. Das Foto entstand vor einigen Jahren mit seinen Kühen in Vöhl. © Sebastian Schaffner

Wie gelingt eine regionale, klimagerechte Ernährung? Um diese und ähnliche Fragen ging es bei einem Diskussionsforum im Korbacher Bürgerhaus mit Waldeck-Frankenberger Landwirten.

Waldeck-Frankenberg – Die Teilnehmer sehen die Versorgungssicherheit aufgrund von weltweiten Krisen bedroht, weshalb regionale Lebensmittel immer wichtiger werden. Der Stopp des Schlachtbetriebes in Mengeringhausen sei ein Einschnitt gewesen, und nun gelte es, die Struktur zur Verarbeitung regionaler Produkte wieder aufzubauen, sagte Julia Ritsche vom Projekt „100 nachhaltige Bauernhöfe“ des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen (LLH). Sie moderierte gemeinsam mit Andreas Althoff von der Ökomodellregion Waldeck-Frankenberg.

„Die Landwirtschaft in Waldeck-Frankenberg kann sehr gut produzieren, aber für die Verarbeitung der Lebensmittel gibt es noch viel zu tun“, sagte Julia Ritsche. Er würde seine Kälber gerne in der näheren Umgebung vermarkten, sagte beispielsweise Matthias Landau von der Köhlermühle in Frankenberg-Röddenau. „Die Kreisläufe von der Produktion über die Vermarktung müssen geschlossen werden – bis hin zur Energieversorgung“, ergänzte der Bio-Landwirt Sven Lorenz aus Vöhl, der in seiner Funktion als Vorstand der Milcherzeugergemeinschaft Upländer Bauernmolkerei auf dem Podium war.

„Wir müssen uns noch stärker auf regionale und lokale Betriebe konzentrieren“, sagte der Außendienstleiter von Rewe Hessen, Uwe Datz. Der zwischenzeitliche Mangel an Sonnenblumenöl habe gezeigt, wie wichtig es sei, die Kunden lokal zu versorgen.

Billige Lebensmittelpreise hätten in den vergangenen Jahrzehnten die regionalen Strukturen kaputt gemacht. Nun gelte es, die Bauernhöfe zu retten, bevor immer mehr aufgeben, und gleichzeitig die Verbraucher nicht zu überfordern, so Sven Lorenz: „Regionalität gibt es nicht zum Billigpreis.“

Die Landwirte fordern von der Politik geringere bürokratische Hürden. Denn diese bedeuten für die Erzeuger eine „massive Last“, sagte Robert Küthe aus Willingen. Die Politik müsse den Produktionsstandort Deutschland fitter machen gegenüber dem Ausland, waren sich die Teilnehmer einig.

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