Zündstoff-City, Rupperts Weihnachtsecke oder Advent in den 1960ern

Lichtblicke gegen Corona-Frust In Bad Wildungen und am Edersee

Lichterglanz: „Rupperts Weihnachtsecke“ im Bad Wildunger Industriegebiet.
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Lichterglanz: „Rupperts Weihnachtsecke“ im Bad Wildunger Industriegebiet.

Auffallender Lichterglanz und kreative Ideen in der Adventszeit sind Lichtblicke gegen den Corona-Frust.

Bad Wildungen/Edertal/Waldeck – „Wir sind es gewohnt zu arbeiten, von klein auf, auch sonntags“, sagt Jessy Ruppert, während sie den dünnflüssigen Teig auf die gusseiserne, heiße Platte gießt, und ihr Mann Dennis fügt hinzu: „Natürlich kommen die Menschen nicht in Massen, aber es fühlt sich gut an, etwas zu tun haben.“

Glühwein in der Thermoskanne

Einzeln, zu zweit und ab nachmittags, stetig trifft Kundschaft ein in „Rupperts Weihnachtsecke“, wie die Schaustellerfamilie ihren liebevoll geschmückten Imbissstand auf dem Unternehmensgelände im Wildunger Industriegebiet getauft hat. Dennis´ jüngerer Bruder Bastian und seine Frau Sissy sind ebenfalls mit von der Partie beim Steaks und Würstchen grillen oder Crepes backen zum Mitnehmen. Auch Glühwein in der Thermoskanne kann man abholen.

„Papa hat uns den Tipp gegeben, weil er den Stand im Vorbeifahren immer sieht“, sagt ein Junge, der mit seiner Schwester gerade zwei Pfannkuchen mit Nutella bestellt hat. Vorschriftsmäßig tragen die beiden Masken, haben ihre Hände mit dem bereit gestellten Desinfektionsmittel gereinigt.

Geplant war eine mobile Eisbahn in Bad Wildungen

Schilder weisen auf die Abstandsregeln hin – alles so, wie es das Schaustellergewerbe im Frühjahr als Hygienekonzept erarbeitet hatte in der Hoffnung, dass sich so die Weihnachtsmärkte als wichtigste Existenzgrundlage würden retten lassen.

Es kam alles anders: Jessy und Dennis Ruppert sollten jetzt eigentlich an der mobilen Eisbahn in Bad Wildungen voll beschäftigt sein, Sissy und Bastian Ruppert an der Eisrutsche in Kassel. „Viele Kolleginnen und Kollegen machen es jetzt ähnlich wie wir auf dem eigenen Gelände“, erzählt Jessy Ruppert.

Und niemand weiß an diesem Freitag, ob der Familie selbst dies genommen wird bei einem bundesweiten, harten Lockdown mit strikten Beschränkungen.

Über 3000 Lichter in der Westernstadt am Edersee

Das gilt auch für die Familie Brede mit ihrer Zündstoff-City in Hemfurth-Edersee, die in den letzten Wochen eine stimmungsvolle Möglichkeit gefunden hat, ihrer durch den Teil-Lockdown geschlossenen Westernstadt etwas Leben einzuhauchen.

Mehr als 3000 Lichter, rund 50 Weihnachtsbäume und 40 XXL-Weihnachtsfiguren verleihen dem Gelände des Motels das optische Flair eines Weihnachtsmarktes und laden Corona-konform zum Drive Inn ein. Wer sein Essen am heruntergelassenen Fahrerfenster entgegengenommen hat, genießt bei der anschließenden Durchfahrt den Charme der Weihnachtsstadt im amerikanischen Stil.

Egal, ob beleuchteter Planwagen mit Rentieren, lustige Schneemänner oder cooler Weihnachtsmann samt Motorrad: alles strahlt und bildet im Wortsinn ein Highlight in der Adventszeit. Stammgast Norbert Schmidt aus Waldeck etwa ist von der Idee begeistert, und möchte seinem Lieblingsrestaurant so in Corona-Zeiten die Stange halten. Und nicht nur er: Nachmittags und abends ist der Andrang am größten, bilden sich Warteschlangen bis an die Straße. „Das angegliederte Hotel bleibt selbstverständlich bis Januar geschlossen. Was danach kommt, kann nicht vorhergesagt werden“ sagt Mira Brede.

Weihnachten mit Nostalgie-Faktor in Nieder-Werbe

Wer die Adventszeit derzeit für einen Spaziergang nutzt, kann in Nieder-Werbe weihnachtliche Dekoration mit Nostalgie-Faktor entdecken. „Peters Eck“, gelegen nahe der Grillhütte an einem beliebten Wanderweg von Waldeck zum Edersee, präsentiert sich im Weihnachtsschmuck der 1960-er Jahre.

Original erhaltene Puppen, eine Weihnachtsschallplatte und ein Rodel erinnern, wie das Fest früher gefeiert wurde und was damals unter dem Weihnachtsbaum lag. Rustikal ist auch der natürliche Christbaumschmuck, hergestellt aus Baumscheiben. Wagenrad, Ackerpflug, XXL-Kerzen aus Birkenstämmen und alte Milchkannen runden das Bild ab.  tin/pf/höh/su

Der Nikolaus und sein Helfer: Szene aus Hemfurths „Zündstoff City“.
In ihrer „Weihnachtsecke“: Dennis Ruppert, Schwägerin Sissy und Ehefrau Jessy (von rechts).
Dekoration mit Nostalgie-Faktor: An „Peters Eck“ in Nieder-Werbe erinnert manches an Weihnachten, wie es früher einmal war – mit Originalfiguren aus alter Zeit.

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