Präsident der Arbeitsgemeinschaft deutscher Waldbesitzer besucht Waldeckische Schweiz

Lichtenfels: „Entwicklungen sind vorbildlich“

Beim Waldbegang zeigte sich Hans-Georg von der Marwitz (11. von rechts), Präsident der Arbeitsgemeinschaft deutscher Waldbesitzer, beeindruckt von den wegweisenden Entscheidungen der Lichtenfelser zugunsten einer forstwirtschaftlichen und jagdlichen Neuausrichtung.
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Beim Waldbegang zeigte sich Hans-Georg von der Marwitz (11. von rechts), Präsident der Arbeitsgemeinschaft deutscher Waldbesitzer, beeindruckt von den wegweisenden Entscheidungen der Lichtenfelser zugunsten einer forstwirtschaftlichen und jagdlichen Neuausrichtung.

Zu einer gemeinsamen Veranstaltung unter dem Leitthema „Wald und Naturschutz“ begrüßten die CDU-Stadtverbände Lichtenfels, Medebach und Hallenberg Forstexperten in der Goddelsheimer Mehrzweckhalle. Ehrengast war Hans-Georg von der Marwitz, Präsident der Arbeitsgemeinschaft deutscher Waldbesitzer und Mitglied des Bundestages.

Lichtenfels – Nach einem Grußwort des Lichtenfelser CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Karl Hendrik Oppermann skizzierte Hans-Georg von der Marwitz die forstlichen Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte, informierte über politische Ansätze auf Landes-, Bundes- und europäischer Ebene und verdeutlichte, welch wichtigen Funktionen der deutsche Wald erfüllt.

Von der Marwitz, der selbst einen land- und forstwirtschaftlichen Familienbetrieb in Brandenburg führt, ging dabei durchaus kritisch mit Entscheidungen der Landes- und Bundespolitik um. Besonders die Vorstöße der Landesparlamente, weitere Flächen einer forstwirtschaftlichen Nutzung zu entziehen, hält er für grundlegend falsch: „Erst die aktive Waldbewirtschaftung liefert die Ökosystemleistung der CO2-Speicherung, die so wichtig für kommende Generationen sein wird.“

Besonders die Anerkennung und Honorierung der Ökosystemleistungen des deutschen Waldes müssten seiner Ansicht nach in den kommenden Jahren deutlicher erfolgen. Das Bekenntnis der Bundesregierung zur Einführung einer monetären Honorierung der Leistungen des Waldes seien ein erstes gutes Zeichen. Dabei gilt für von der Marwitz: „Geldliche Leistungen nur mit Gegenleistungen“. Staatliche Subventionen wie in der Landwirtschaft und eine sich daraus ergebende Abhängigkeit der Flächenbesitzer von politischen Ausrichtungen seien der falsche Weg.

Nach einem Impulsvortrag, in dem Karl Hendrik Oppermann die Entwicklungen des Lichtenfelser Stadtwaldes der vergangenen fünf Jahre darstellte, kam es zu einer regen Diskussion unter den Beteiligten. Unter anderem waren Bürgermeister Christoph Ewers, Vorsitzender der Gemeindewaldbesitzer Nordrhein-Westfalen, Frank Rosenkranz, Leiter des Regionalforstamtes Oberes Sauerland, MdL Matthias Kerkhoff und die Bürgermeister Grosche (Medebach), Scheele (Lichtenfels) und Vollbracht (Waldeck) sowie Mandatsträger aus den Stadtparlamenten und Ratsfraktionen der Einladung gefolgt. Besonders beeindruckt waren die Teilnehmer von den politischen Entscheidungen der Stadt Lichtenfels zugunsten einer forstwirtschaftlichen und jagdlichen Neuausrichtung.

Klima-angepasste Esskastanie

Im Anschluss an den Austausch besuchten die Gäste den Langen Driesch in Goddelsheim, wo sie unter sachkundiger Führung von Revierleiter Martin Wrosch verschiedene Waldbilder besichtigten. Besonderes Interesse zeigte von der Marwitz an der Mischung der Kulturen, die bereits seit einigen Jahren im Lichtenfelser Stadtwald bei jeder Aufforstung angewandt wird: Neben heimischen Baumarten sind es vor allem auch potenziell Klima-angepasste Baumarten wie die Esskastanie. Die pflanzten die Gäste unter Anleitung der Forstwirte Ralf Emde und Klaus Wilke schließlich auch in einer gegatterten Fläche.

Auch während des Waldbegangs fanden rege Diskussionen statt. Spannende Informationen lieferten unter anderem die Nachbarn aus dem Sauerland, allen voran Forstamtsleiter Frank Rosenkranz und Elmar Gilsbach-Figgen aus Schmallenberg-Oberkirchen, der 15 Esskastanienbäume gespendet hatte.               red

Hans-Georg von der Marwitz zeigte sich beeindruckt von den wegweisenden Entscheidungen der Lichtenfelser Mandatsträger in den vergangenen Jahren: „Der Erfolg gibt ihnen in Lichtenfels Recht. Nur gemeinsam mit allen Beteiligten hat der deutsche Wald eine Zukunftschance, dafür müssen wir auch manchmal streiten und kämpfen. Ihr Antrag zur Einrichtung des Bürgerwaldes Lichtenfels ist in diesem Zusammenhang sehr wertvoll und bietet vielfältigste Möglichkeiten. Bleiben Sie weiterhin so engagiert und konsequent.“  red

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