Gemeinsamer „Standesamtsbezirk Vöhl“

Lichtenfels und Vöhl verheiraten Standesämter

Vor dem Trauzimmer auf Burg Lichtenfels,  (von links) Vöhls Bürgermeister Carsten Kalhöfer, Standesbeamtin Susanne Sell, Vöhls Ordnungsamtsleiter Bernd Weber, Standesbeamtin Sabine Kesting, Ulrich Fingerhut und Marion Schwaner und der Lichtenfelser Rathauschef Henning Scheele.
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Vor dem Trauzimmer auf Burg Lichtenfels wird die Zusammenlegung der Standesämter Lichtenfels und Vöhl besiegelt: (von links) Vöhls Bürgermeister Carsten Kalhöfer, Standesbeamtin Susanne Sell, Vöhls Ordnungsamtsleiter Bernd Weber, Standesbeamtin Sabine Kesting, Ulrich Fingerhut und Marion Schwaner und der Lichtenfelser Rathauschef Henning Scheele.

Die Standesämter Lichtenfels und Vöhl werden zum 1. April verheiratet. Sie tragen dann den gemeinsamen Namen „Standesamtsbezirk Vöhl“. Trauungen werden weiterhin auch in Lichtenfels durchgeführt, etwa auf Burg Lichtenfels.

Lichtenfels / Vöhl - Eine neue Regelung wurde notwendig, weil die Kommunalaufsicht die bisherige Vertretungslösung moniert und schon seit längerem gefordert hatte, das Lichtenfelser Standesamt wieder rechtskonform aufzustellen: In der Lichtenfelser Verwaltung hält Sabine Kesting als einzige Standesbeamtin mit viel Herzblut die Fahnen hoch, sie hatte keine Vertretung.

Daher haben sich die beiden Standesämter bereits 2014 „verlobt“: Seitdem wird Sabine Kesting dauerhaft durch die Kolleginnen und Kollegen des Vöhler Standesamtes vertreten. „Seit sieben Jahren funktioniert das Lichtenfelser Standesamt eigentlich nur noch durch die Kooperation mit der Gemeinde Vöhl“, fasst Bürgermeister Henning Scheele zusammen.

Die Forderung der Kommunalaufsicht gab den Ausschlag für die Zusammenlegung. Zwar hätte die Stadt auch noch zwei Standesbeamte ausbilden lassen können – zwei, weil Sabine Kesting in wenigen Jahren in Ruhestand geht. Doch das wäre für die Verwaltung um mindestens 20 000 Euro jährlich teurer geworden als die Zusammenlegung.

„Jetzt zahlen wir an die Gemeinde Vöhl jährlich einen Unkostenbeitrag in Höhe von einem Euro pro Einwohner, das ist doch ein schlanker Prozess“, sagt Henning Scheele und dankt dem Vöhler Bürgermeister Karsten Kalhöfer für die Bereitschaft, interkommunal zusammen zu arbeiten.

„Daran kommen Kommunen unserer Größe kaum noch vorbei“, sagt Kalhöfer: „Die Lichtenfelser sollten sich keine Sorgen machen. Der neue Name hat rein technische Gründe, die Lösung ist für beide Kommunen gewinnbringend – und sie hat sich ja auch schon bewährt, die Zusammenarbeit seit 2014 ist sehr gut“. Das bestätigen auch Ulrich Fingerhut und Susanne Marion Schwaner vom Vöhler Standesamt.

„Vieles könnten wir als kleine Kommune heutzutage gar nicht mehr machen – die Zusammenarbeit dient am Ende nur dem Erhalt der Eigenständigkeit“, unterstreicht Scheele. Von Magistratsmitgliedern und Stadtverordneten gab es breite Rückendeckung, sie haben die Zusammenlegung mit deutlicher Mehrheit befürwortet.

Standesamt und Personenstandswesen wandern nach Vöhl, Bestattungswesen und Friedhofsverwaltung bleiben in Lichtenfels

Standesamt und Personenstandswesen wandern nach Vöhl, Bestattungswesen und Friedhofsverwaltung bleiben Sache der Lichtenfelser Verwaltung. Sabine Kesting darf weiterhin Paare trauen und freut sich darauf, das auch zu tun.  Von anderen Aufgaben des Standesamtes und vom Personenstandswesen verabschiedet sie sich mit Wehmut und Verständnis: „Die Aufgaben sind immer herausfordernder geworden – wir als kleines Standesamt können das alles bald gar nicht mehr schultern.“

Der Name „Standesamt Lichtenfels“ wäre ohnehin geändert worden, verrät Sabine Kesting: „Es gab zu viele Verwechselungen mit dem Standesamt im bayerischen Lichtenfels“. Von Marianne Dämmer

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