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Stadt Lichtenfels will sich neu aufstellen bei Energiegewinnung und Lebensmittelversorgung

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Von: Marianne Dämmer

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Eine Friedenstaube in den Farben der Ukraine hängt an der Glasscheibe einer Schultür in Goddelsheim/Lichtenfels
Frieden für die Ukraine - Kinder der Grundschule Goddelsheim haben Friedenstauben in den Farben der Ukraine gebastelt und an die Fenster geklebt. Auch die Lichtenfelser Stadtverordneten verurteilen den russischen Angriff auf das friedliche Nachbarland Ukraine aufs Schärfste. © Marianne Dämmer

Mit einer Schweigeminute in Gedenken an die Opfer des russischen Krieges in der Ukraine hat die Sitzung der Lichtenfelser Stadtverordneten in Münden begonnen. Die Stadtverordneten haben einmütig eine Resolution formuliert.

Lichtenfels – „Wieder einmal versetzt ein einzelner unberechenbarer Mensch die ganze Welt in Angst und Schrecken. Wieder einmal sind Millionen von Menschen Opfer von Allmachtfantasien eines Einzelnen, der nicht davor zurückschreckt, auf brutalste Weise Tausenden Menschen das Leben zu nehmen und Millionen von Menschen ihre komplette Existenz“, sagte Vize-Stadtverordnetenvorsteher Frank Isken, als er zu der Schweigeminute aufrief:

„Wie ein schwerer Stein liegt die Sorge und die Angst, aber auch die Trauer um die Menschen, die unschuldig sterben mussten, auf unserem Herzen. Es fällt schwer, einfach zur Tagesordnung überzugehen.“

„Die Lichtenfelser Stadtverordnetenversammlung verurteilt den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine“, sagte Isken im Namen aller Stadtverordneten. Sie seien solidarisch mit den Bürgern der Ukraine und zollten ihnen größten Respekt, seien zugleich beeindruckt von Menschen in Russland, die gegen den Krieg auf die Straße gehen würden und verurteilten „jede Diskriminierung oder Diffamierung von Menschen aufgrund ihrer russischen Wurzeln oder Nationalität“.

Aufruf, in der Hilfsbereitschaft nicht nachzulassen

Sehr dankbar seien die Stadtvorordneten für die große Hilfsbereitschaft der Lichtenfelser, „wir rufen Sie auf, in Ihren Bemühungen nicht nachzulassen“, so Iske. „Wir wollen Solidarität in unserer Stadt üben, indem durch den Magistrat und die Stadtverwaltung alle Voraussetzungen geschaffen werden, um die Unterbringung von geflüchteten Ukrainerinnen und Ukrainern, die zu uns kommen, zu ermöglichen.“ Das Gremium rufe zu Frieden auf.

Schon die Pandemie habe ansatzweise vor Augen geführt, „wie abhängig uns die Globalisierung der Märkte in einigen Bereichen vom Ausland gemacht hat. Der Krieg in der Ukraine konfrontiert uns nun plötzlich mit einer fast existenziellen Abhängigkeit zu Russland im Bereich Energie“, aber auch von Getreide. Hohe Preise würden die Haushalte belasten, zu Hamsterkäufen führen.

„Unabhängiger werden“

„All diese Effekte befeuern sehr schnell Sorgen und Zukunftsängste. Aber ebenso befeuern sie unseren Willen, diesen Entwicklungen entgegenzuwirken“, so Isken: „Es liegt an uns als die politisch Verantwortlichen, diese Dynamik dafür zu nutzen, um jetzt die Dinge voranzutreiben und zu stärken, die in den vergangenen Jahren nur sehr behäbig, sehr bürokratisch und noch sehr zurückhaltend voran kamen“.

Er nannte mit Blick auf die Versorgungssicherheit zwei Themen, „die wir als landwirtschaftlich geprägte Kommune mit beeinflussen können und sollten“: Den Ausbau erneuerbarer Energie und die Stärkung der Landwirtschaft. „Wir haben selbst das Potential, Versorgungssicherheit zu gewährleisten.“ Es müsse in den kommenden Jahren die politische Arbeit prägen, „unsere Heimat sicherer und unabhängiger zu machen“, sagte Isken. Weitere Berichterstattung folgt. (Von Marianne Dämmer)

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