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Lichtenfelser Bürgerwald seiner Bestimmung übergeben

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Von: Marianne Dämmer

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Alle Familienbäume für die Enkel: (von links) Forstwirt Klaus Wilke und Famile Eberle aus Goddelsheim.
Alle Familienbäume für die Enkel: (von links) Forstwirt Klaus Wilke und Famile Eberle aus Goddelsheim. © Marianne Dämmer

Ob Küstentanne, Wildapfel, Douglasie, Vogelkirsche, Esskastanie, Hainbuche, Lärche – hunderte Exemplare dieser Baumarten wurden am 1. Aprilwochenende am Langen Driesch bei Goddelsheim gepflanzt: Mit dem zweitägigen Pflanzfest übergaben die Lichtenfelser ihren ersten Bürgerwald feierlich seiner Bestimmung.

Lichtenfels-Goddelsheim – Weder Spender noch Organisatoren und freiwillige Helfer ließen sich von Schnee und leichten Minustemperaturen abhalten, jeweils einen Baum symbolisch einzupflanzen. Vom Single bis zur Großfamilie kamen sie am Wochenende und hatten Freude an der Aktion, die ihnen die Stadt bot: Die Forstwirte Klaus Wilke und Ralf Emde sowie Forstwirtschaftsmeister Jonas Grosche und Stadtförster Martin Wrosch zeigten den Spendern, die Bäume jeweils gepflanzt werden sollten, sondern halfen auch tatkräftig beim Einsetzen, gaben wertvolle Tipps und Hintergrundinformationen.

Bei der Eröffnung des Lichtenfelser Bürgerwald waren (von links) unter anderem MdL Claudia Ravensburg, Forstwirtschaftmeister Jonas Grosche, Bürgermeister Henning Scheele, Landrat Jürgen van der Horst, MdB Armin Schwarz, MdL Dr. Daniela Sommer, MdB Ester Dilcher und Ideengeber Eckhard Schnatz (ganz rechts).
Bei der Eröffnung des Lichtenfelser Bürgerwald waren (von links) unter anderem MdL Claudia Ravensburg, Forstwirtschaftmeister Jonas Grosche, Bürgermeister Henning Scheele, Landrat Jürgen van der Horst, MdB Armin Schwarz, MdL Dr. Daniela Sommer, MdB Ester Dilcher und Ideengeber Eckhard Schnatz (ganz rechts). © Marianne Dämmer

Bürgermeister Henning Scheele dankte bei der Feierstunde unter freiem Himmel am Samstagmittag dem Ideengeber Eckhard Schnatz und den Stadtverordneten für ihre einhellige Zustimmung, allen Spenderinnen und Spendern, von Privatleuten bis hin zu Unternehmen aus Lichtenfels und darüber hinaus. Einen besonderen Dank richtete er an die „Mannschaft aus Rathaus, Forstamt und Bauhof“. Die Stadt habe das Vorzeigeprojekt mit einem kleinem, aber starkem Team auf die Beine gestellt, „ich bin stolz, Teil dieser Mannschaft zu sein.“ Damit, dass über 600 Spender mehr als 6000 Bäume spenden würden, hätte niemand gerechnet.

Jugendfeuerwehr hilft – (von links) Leo Becker, David Neven Ebbrecht und Tim Kieweg.
Jugendfeuerwehr hilft – (von links) Leo Becker, David Neven Ebbrecht und Tim Kieweg. © Marianne Dämmer

Auf die Frage „Warum tun wir das?“ antwortet Scheele: „Der Wald ist Klimaschützer auf vielen Ebenen und Lieferant von nachwachsendem und erneuerbarem Rohstoff, unabhängig von geopolitischen Umständen“. Von der knapp 2100 Hektar großen städtischen Waldfläche in seien 300 Hektar Kalamitäten heimgefallen, „das ist eine sehr kritische Situation“, sagte Scheele. Die Ressourcen der Zukunft seien zwangsweise bereits geerntet. „Es ist unsere Aufgabe, für die kommende Generation den Wald wieder aufzubauen – dieser Bürgerwald ist Teil unseres Abkommens mit den kommenden Generationen“, betonte der Rathauschef. Darüber hinaus stehe der Lichtenfelser Bürgerwald auch für Umweltbildung.

„Kompliment an die Mannschaft, Kompliment für die Aktion und das Projekt“, sagte Landrat Jürgen van der Horst. Es gebe aktuell viele Pflanzaktionen, doch das Lichtenfelser Projekt des Bürgerwaldes sei einzigartig. „Der Hintergrund ist ernst, es gibt viel Brachflächen, ganze Baumarten sind verloren. Naturverjüngung reicht nicht – wir müssen aktiv nachpflanzen“ so der Landrat. Sein Dank gelte auch den politischen Gremien, die den Weg für das Projekt frei gemacht hätten. Er hoffe auf viele Nacheiferer. Auch unter dem Gesichtspunkt der Pädagogik sei die Aktion „vorbildlich“.

„Alles für die Enkelchen“

amilie Eberle aus Goddelsheim hatte gleich mehrere Bäume gespendet und pflanzte sie unter Anleitung von Forstwirt Klaus Wilke ein. „Wir haben für jedes Enkelkind einen Baum erstanden als Andenken an Oma Irmgard“, erklärte Irmgard Eberle und lachte. Helmut Grebe, Dennis Greisler und Julian Grebe pflanzten ebenfalls eifrig –„alle für die Enkelchen“, sagte Helmut Grebe.

Gepflanzt wurde nicht nur für die Enkel. Der Goddelsheimer Hofstaat hat sich ebenfalls mit zahlreichen Bäumen verewigt, Omas und Opas sowie besondere Begebenheiten wurden bedacht, viele Bäume auch in Gedenken an Verstorbene gepflanzt. Mitglieder der Jugendfeuerwehr sorgten dafür, dass alle Spender Pflöcke mit eigens gefertigten Namensplaketten erhielten. (md)

Gekonnt: Dennis Greisler drückt die Erde an.
Gekonnt: Dennis Greisler drückt die Erde an. © Marianne Dämmer

„Ich bin dankbar für die Aktion. Sie ist ein Vorzeigeprojekt“, sagte SPD-Bundestagsabgeordnete Esther Dilcher, auch im Namen der Landtagsabgeordneten Dr. Daniela Sommer (SPD). Ihr Bundestagskollege Armin Schwarz (CDU) betonte, auch im Namen von der Landtagsabgeordneten Claudia Ravensburg (CDU): „Kommunale Selbstverwaltung lebt von Eigeninitiative. Es ist großartig, was ihr auf die Beine gestellt habt“. Carina Scharlach, Leiterin der Grundschule Goddelsheim, erklärte, wie die Grundschulen in Eppe und Goddelsheim mit Blick auf den Bürgerwald zu Naturparkschulen werden möchten: Natur-, Wald- und Landwirtschaft werde in der Theorie und Praxis behandelt – in jeder Klasse und fächerübergreifend.

Die Landfrauen aus Goddelsheim, Münden und Rhadern sorgten für Kuchen und heiße Getränke, eine heimische Metzgerei bot Würstchen und Steaks an, die Feuerwehr und Helfer der städtischen Gremien Getränke. (Von Marianne Dämmer)

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